Dienstag, 29. August 2017

Buchbloggerinterview: Julia L. Jordan - 29.08.2017

Immer wieder Dienstags:
Buchblogger im Interview

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach interessierten Buchbloggern, die mir immer wieder Dienstags hier Rede und Antwort stehen möchten. Meldet euch gerne bei mir!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit Antworten auf Fragen, die Ihr so oder so ähnlich noch nie gestellt habt. 
Heute im Interview Julia L. Jordan über ihren Blog
Julia L. Jordan –
Lesen und Schreiben mit Leidenschaft

Fragen rund um den Blog

?Wie heißt Dein Blog und was bedeutet der Name für Dich?
Mein Blog trägt den Titel „Julia L. Jordan – Lesen und Schreiben mit Leidenschaft“. Ich hatte ihn als Autoren-Blog gestartet und daher meinen Namen als Titel gewählt. Als ich im Juni anfing, Rezensionen zu veröffentlichen, habe ich den Untertitel hinzugefügt, um mich dem neuen Thema anzupassen. Der Untertitel drückt aus, wie ich sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben stehe: Es ist meine Leidenschaft und nichts bereitet mir so viel Freude, wie zu lesen oder zu schreiben.

?Unter welcher Adresse (URL) ist dein Blog zu finden?
www.jljordan.net


www.jljordan.net


?Seit wann bloggst du schon? 
Gegründet habe ich den Blog im September 2016, seit Juni 2017 bin ich auch Buchblogger.

?Du bist nicht nur Bloggerin, sondern auch Autorin. Was kam zuerst – das Schreiben oder das Bloggen?
Das Schreiben, eindeutig. Ich habe bereits im Alter von 12 auf meinem ersten eigenen Rechner geschrieben, seit ich 17 war, kamen auch Fanfictions hinzu und im September 2016 habe ich mein eigenes Buch veröffentlicht. Dass ich nun auch Buchblogger bin, liegt vor allem daran, dass ich so gerne lese und als Schriftstellerin weiß, wie wichtig es ist, andere Bücher zu lesen und zu analysieren. Wenn ich also sowieso andere Bücher darauf untersuche, was gut ist und was nicht, so dachte ich mir, kann ich das genauso gut auch veröffentlichen.

?Stell uns doch mal Deine Bücher vor!
Im Moment habe ich ein Buch im Selfpublishing veröffentlicht. Es trägt den Titel „lorem ipsum – Der Sommer ihres Lebens“ und handelt von Johanna, die auf eigene Kosten alle 15 Konzerte ihrer Lieblingsband „lorem ipsum“ besucht. Es ist eine Novelle von etwa 100 Seiten und wurde von einer Rezensentin auch als „feministische Romanze“ beschrieben. Die Geschichte ist erotisch, ohne explizit zu werden, und bekommt demnächst einen zweiten Teil.

?Hast oder hattest du noch andere Blogs?
Diverse, früher zu Schulzeiten, als das mit dem Bloggen gerade anfing. Dann hatte ich während meines Praktikums in Japan einen Reiseblog. Die sind jedoch alle nicht mehr existent und ich konzentriere mich voll auf meinen aktuellen Blog.

?Hast du neben Büchern auch noch andere Themen, mit denen dich auf deinem Blog beschäftigst?
Ich habe eine Reihe, in der ich Schreibtipps für andere Autoren gebe, sowie einige Artikel rund um meine Erfahrungen und Recherchen zum Selfpublishing und Marketing. Das ist in den Kategorien „Für Leser“ und „Für Autoren“ klar voneinander getrennt. Und natürlich finden sich zwischendurch auch persönliche Berichte, etwa von meiner Hochzeit oder wenn etwas Besonderes passiert ist.

?Wie viele Follower hast du und ist dir die Zahl wichtig? (Stand 5. Juli 2017)
Mein Blog hat derzeit 33 WordPress-Follower und 60 Mail-Follower. Meine Social-Media-Kanäle haben zwischen 150 und 300 Follower, auf Wattpad, wo ich meine Fanfictions veröffentliche, habe ich über 3000 Follower. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, die Zahlen wären mir egal. Ich möchte, dass meine Rezensionen gelesen werden und Menschen auf mein Buch aufmerksam werden, entsprechend wichtig ist es, dass ich online präsent bin. Noch bin ich extrem klein und sehr unsicher, wie ich gezielt neue Follower gewinnen kann, ohne penetrante Werbung zu machen. Daher konzentriere ich mich vorerst darauf, gute Rezensionen zu aktuellen Büchern abzuliefern.

?Was tust du, um dein Blog bekannter zu machen? 
Wie oben bereits angedeutet – im Moment bin ich da noch unschlüssig. Ich teile manche meiner Rezensionen auf Facebook in Bücher-Gruppen, wo sie aber meistens untergehen oder ignoriert werden. Ich teile sie auf den Social-Media-Kanälen und tagge die Beiträge mit relevanten Stichworten oder markiere Autoren/Verlage, die ich rezensiert habe. Ich versuche auch, mich mit anderen Buchbloggern zu vernetzen, aber gerade da bin ich vollkommen ratlos, wie ich das anstellen soll, also dümpel ich im Moment noch ein wenig planlos durch die Gegend.

?Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit auf deinem Blog, die die anderen nicht haben? 
Im Moment bin ich noch auf der Suche nach einer eigenen Nische. Da ich relativ querbeet lese und nicht einsehe, nur ausgewählte Genres zu rezensieren, finden sich auf meinem Blog alle Arten von Büchern. Andererseits habe ich als Schriftstellerin natürlich noch einmal einen anderen Blick auf Bücher. In meinen Rezensionen konzentriere ich mich selten auf den Inhalt, sondern arbeite heraus, was mir an den Charakteren und ihrer Entwicklung gefallen hat, oder ob ich handwerkliche Mängel im Schreibstil entdecken konnte. Eine einheitliche Strategie ist das jedoch noch nicht.

?Veranstaltest du auf deinem Blog hin und wieder besondere Aktionen wie Gewinnspiele, Blogtouren oder vielleicht was ganz anderes? 
Bisher noch nicht. Ich hätte durchaus Lust auf Blogtouren, aber da ich nicht weiß, wie man zu so etwas eingeladen wird, halte ich mich da noch zurück. Gewinnspiele will ich auch gerne machen, doch dafür möchte ich zunächst herausfinden, wofür ich stehe und welche Zielgruppe ich anspreche, damit das Gewinnspiel nicht einfach irgendetwas ist, sondern zu meinem Blog passt.

?Hast du Bloggerkolleginnen, mit denen du gemeinsame Aktionen planst oder geplant hast? 
Nein, leider nicht.

?Besuchst du Buch-Events, Buchmessen oder Cons?
Ich war im März als Fachbesucherin auf der Leipziger Buchmesse, allerdings als Autorin und nicht als Bloggerin. In den letzten Wochen habe ich zudem auch die Literatur-Cons und Blogger-Cons verfolgt und denke, dass ich da auch hingehen will, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Zwischenzeitlich hatte ich schon ein günstiges Zimmer für Frankfurt gebucht, um zu der Messe fahren zu können, habe das aber abgesagt, weil es einfach zu teuer ist.

?Wie viel Zeit steckst du am Tag/in der Woche in dein Blog?
Da im Moment etwa alle zwei Tage eine Rezension erscheint, sind es schon mehrere Stunden am Tag. Entweder lese ich oder ich verfasse die Rezension, bearbeite Bilder, arrangiere Instagram- und Beitragsbilder etc. Außerdem gestalte ich den Blog derzeit Stück für Stück um, ich will mir einen neuen Header erstellen, alles übersichtlicher und professioneller machen. Wenn man dann noch die Zeit einbezieht, die ich auf den Social Media Kanälen verbringe, um gezielte, passende Postings zu erstellen, kommt man sicherlich schnell auf fünf Stunden am Tag.

?Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft - für dein Blog oder darüber hinaus?
Ich würde mir wünschen, dass mein Blog bald größer wird. Ich stecke derzeit viel Zeit und Liebe hinein und ich weiß einfach nur zu gut, wie frustrierend es ist, wenn keinerlei Resonanz erfolgt. Als ich beim erstes Buch im September herausgebracht habe, war ich auch sehr motiviert, habe Werbung gemacht, mich vernetzt – und im Endeffekt ist nichts dabei herausgekommen. Mein Buch wird nicht gekauft und sogar die Leserunde auf Lovelybooks, bei er ich 20 Gratisexemplare angeboten habe, ist auf keinerlei Interesse gestoßen. Man kennt mich nicht, entsprechend ist es völlig egal, ob ich gut oder schlecht bin, man kauft mich nicht. Das würde ich sehr gerne in Zukunft ändern. Ein Jahr voller Niederlagen zehrt langsam an meinen Nerven, zumal es bald auch ein finanzielles Problem wird. Auf der anderen Seite weiß ich genau, dass das Schreiben das ist, was ich machen will, also gebe ich nicht auf. Mein Traum wäre es, als Autorin bei einem Verlag zu landen (wo mein aktuelles Manuskript bisher auch haufenweise Absagen erfahren hat) und als Bloggerin zum festen Bestandteil der deutschen Blogger-Community zu gehören,

Über dich: 

?Wer ist der Mensch oder sind die Menschen hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen? 
Hinter meinem Blog steckt nur Julia. Ich bin 29 Jahre alt, habe einen Master in Politikwissenschaft und bin leidenschaftliche Romanzen-Schreiberin und –Leserin. Auf den Fotos, die ich mitgebracht habe, sieht man mich beim Lesen, auf meiner Hochzeit mit meinem Ehemann und während unserer Flitterwochen in Marseille.



?Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus? 
Schriftstellerin und Bloggerin. Was man online von mir sieht, ist derzeit mein Leben. Ohne meinen Ehemann wäre mir das nicht möglich, entsprechend dankbar bin ich ihm für seine Unterstützung.

?Hast du neben dem Lesen und dem Bloggen noch Zeit und Lust für andere Hobbies?
Durchaus. Ich gehe regelmäßig mit meinem Ehemann tanzen, ich selbst tanze seit über 10 Jahren und habe in einer Formation auch schon Auftritte hinter mir, er hat mir zuliebe das Tanzen angefangen und weil ihm die Tanzkurse Spaß gemacht haben, machen wir das immer noch. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich auf der Lese-Plattform Wattpad, wo ich als eine Art Moderator eingesetzt werde und z.B. derzeit die Wattys, den alljährlichen Schreibwettbewerb von Wattpad, für die deutsche Community betreue. Ich treffe mich öfter mit Freunden und so oft es geht spiele ich DAS, Das Schwarze Auge, ein wundervolles, deutsches Pen&Paper Rollenspiel. Meine übrige Zeit verbringe ich damit, via Stream die europäische und nordamerikanische League of Legends Championship zu verfolgen (eine Art Liga für professionelle League of Legends Spieler). Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich der YouTube-Sucht erlegen bin und stundenlang Let’sPlays von Horror-Games sehe.

?Print oder E-Reader?
Ich besitze einen Kindle, aber wenn ich die Wahl habe, bevorzuge ich immer das gedruckte Buch.

?Fernsehen oder Musik hören?
Weder noch. YouTube schauen.

?Serie oder Film? 
Film. Es gibt nur sehr wenige Serien, die gut genug sind, mein Interesse länger zu binden.

?Zelt oder Luxushotel? 
Luxushotel hatte ich in den Flitterwochen, das war schon ganz angenehm. Aber da ich schon zu Schulzeiten Zeltlager betreut habe, werde ich wohl für immer eher der Zelt-Typ bleiben.

?Hörbuch oder Lesen?
Lesen. Hörbücher habe ich öfter probiert, da mein Vater ein großer Fan ist, aber selbst auf dem elfstündigen Flug nach Japan habe ich das keine Stunde durchgehalten.

?Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Was tust du?
Ich ärgere mich zu Tode und verbringe anschließend meine freie Zeit damit, in einem Café zu sitzen und die Menschen in diesem fremden Land zu beobachten und zu studieren.

?Gibt es irgendwas, was ich nicht gefragt habe, du aber trotzdem unbedingt noch loswerden möchtest?
Nö!

Über das Lesen:

?Wie viel liest du am Tag/Woche/Monat? 
Normalerweise vielleicht ein Buch in der Woche, seit ich mit dem Bloggen angefangen habe sind es eher zwei oder drei Bücher pro Woche, abhängig davon, wie gut sie mir gefallen.

?Was kostet dich dein Hobby Lesen monatlich? 
Ehrlich gesagt gar nichts. Ich habe keinerlei finanziellen Spielraum, um mir neue Bücher kaufen zu können, also setze ich auf Leserunden und Rezensionsexemplare oder rezensiere Bücher, die ich bereits besitze.

?Wo liest du am liebsten? 
Auf meinem Sofa. Das ist super gemütlich, ich kann sitzen, liegen, einen Kopfstand machen …

Julia bei ihrer Lieblingsbeschäftigung - dem Lesen.
?Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab? 
Ich lese sehr viel. Wenn es unterhalten soll, eher Liebesromane, aber ich mag es auch gerne anspruchsvoll und lese englische Klassiker oder deutsche Gegenwartsliteratur. Womit ich wirklich gar nichts anfangen kann, sind Familiendramen oder reine Komödien.

?Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat? 
„Die Tochter der Patientin“ von Felix Bonke. Das Buch ist intelligent geschrieben und hat außergewöhnliche, extrem authentische Charaktere, die gerade in ihrer furchtbaren Kompliziertheit zu Menschen aus Fleisch und Blut werden.

?Welches Buch möchtest du unbedingt noch / als nächstes lesen?
Ich werde im Juli noch „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky lesen, darauf freue ich mich sehr. Außerdem würde ich gerne „Fashion Victim“ von Corrie Jackson lesen, aber da muss ich erst sehen, ob ich es mir besorgen kann.

?Ein Buch schafft es, dich zu fesseln. Was tust du: Liest du schneller, extra langsam oder mehrmals? Markierst du besonders gelungene Stellen, schreibst dir Zitate raus? Irgendeine andere „Macke“?
Das ist immer der Kampf, nicht wahr? Lese ich schneller, weil es so gut ist, oder lasse ich mir Zeit, um es zu genießen? Eines meiner Lieblingsbücher wird wohl für immer „Pride and Prejudice“ von Jane Austen sein (ja, Klischee, ich stehe dazu!) und da habe ich tatsächlich eine Schmuckausgabe für’s Regal und eine günstige Taschenbuchausgabe, in der ich Zitate markiere und bei der ich nicht darauf achte, wie das Buch nach dem Lesen aussieht. Ich habe es schon so oft gelesen und seufze immer wieder bei bestimmten Stellen („Not handsome enough to tempt me“ oder „How ardently I admire and love you“ …).

?Leserillen - Horrorszenario oder ein Zeichen, dass das Buch lebt?
Oh Gott, bitte lyncht mich nicht, aber ich liebe Leserillen. Ein Buch muss mit jedem Lesedurchgang dicker werden, es zeigt, dass die Seele des Lesers Stück für Stück darin Platz nimmt. Es gibt Bücher, die behüte ich wie meinen Augapfel, meist Hardcover, aber bei Taschenbüchern: Da soll man sehen, dass sie gelesen wurden.

?An Büchern schnuppern - Tust du‘s?
Ja. Ich habe zu Studienzeiten in der Uni-Bibliothek gearbeitet und dort roch es immer intensiv nach Büchern. Ich liebe den Geruch, er gibt mir ein Gefühl von Zuhause.

?Würdest du deine Print-Bücher verleihen?
Habe ich schon öfter gemacht und jedes Mal bereut. Entweder sie kamen beschädigt zurück (und teilweise auf Arten beschädigt, die ich nicht nachvollziehen kann…) oder gar nicht. Mein tolles Exemplar von Frankenstein wird wohl für immer verschwunden bleiben.

?Was machst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt? 
Seit ich rezensiere, passiert es öfter, dass ich daneben greife. Dann breche ich ab, lese noch die letzten Kapitel, um eine Rezension anfertigen zu können, und stelle es weg. Ich würde ein Buch niemals wegschmeißen, wie es eine Freundin einst tat, aber ich sammle, um diese Bücher dann zu den Bücherfreunden der Stadtbibliothek zu bringen, welche sie verkaufen, um von dem Erlös die Stadtbibliothek zu unterstützen.

?Was ist schlimmer? Rechtschreibfehler oder Logik-/Plotfehler? Und wie sehr stört das eine oder andere deinen Lesefluss? 
Es kommt darauf an, wie schlimm es ist. Gerade erst habe ich ein Buch gelesen, welches aus dem Englischen übersetzt worden ist, und da waren so schlimme Übersetzungsfehler drin, also wirklich offensichtliche, dass ich teilweise das Buch fluchend beiseite gelegt habe. Sowas regt mich wirklich, wirklich auf. Kleinigkeiten sind ok, aber das ging leider gar nicht. Plotfehler hingegen – es kommt auf die Art von Fehlern an. Kaum ein Plot ist ohne Fehler, so sieht die Realität aus. Wenn die Figuren trotzdem authentisch bleiben, stört mich das nicht. Aber wenn ich deutlich merke, dass die Figuren nur noch handeln, um dem Plot gerecht zu werden, findet eine ganze Menge Augenrollen statt.

?Magst du Leseproben zu Büchern oder reichen dir Klappentext und Cover? Was muss in einer Leseprobe drin stehen, damit du den Rest des Buches lesen willst?
Ich brauche Leseproben. Meistens reicht der erste Satz, damit ich entscheiden kann, ob ein Buch gut wird oder nicht. Wenn der erste Satz mich schon zum Augenrollen bringt, lege ich das Buch weg. Eine Leseprobe muss für mich nicht den Inhalt vermitteln, sondern den Schreibstil zeigen. Ich hatte letzten Monat zwei Bücher in der Hand, bei denen mir der Klappentext extrem zugesagt hatte, so dass ich sie auf meine Liste gesetzt habe. Dann bekam ich die Leseproben zu Gesicht und war sofort abgeturnt. Im einen Fall war der Schreibstil einfach grauenhaft und im anderen Fall spürte ich sofort, dass der Geschichte jegliche Tiefe fehlen würde, einfach von der Art, wie die Geschehnisse beschrieben waren. Der Plot kann noch so interessant klingen, wenn der Schreibstil nicht stimmt, bin ich weg.

Über Rezensionen:

?Autorinnen sehnen sich nach Leserinnen, die Rezensionen schreiben. Du machst das und dafür danke ich dir im Namen aller Autorinnen. Was hat dich dazu gebracht, damit anzufangen?
Einerseits bin ich selbst Autorin und verstehe dieses Gefühl. Andererseits war es auch einfach so, dass ich beim Lesen von Büchern immer kritisch bin und darüber nachdenke, warum mir dies oder jenes nicht oder besonders gut gefallen hat, um daraus für mein eigenes Schreiben zu lernen. Diese Dinge ausformuliert auf Papier zu bringen, hilft mir, das noch klarer zu sehen. Und dann kann ich es auch veröffentlichen.

?Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht? 
Eine Rezension, gerade auf Verkaufsplattformen, dient ja den Lesern oft als Kaufhilfe, entsprechend sind Spoiler schwierig. Ich versuche, sie zu vermeiden. Ich hatte aber schon zwei Bücher, bei denen es unmöglich war, sie tiefgehend zu analysieren, ohne zentrale Plotpunkte zu verraten. Das habe ich dann zu Beginn auch so kenntlich gemacht. Solche Rezensionen dienen dann eher als Diskussionsgrundlage mit jenen, die das Buch auch gelesen haben.

?Machst du dir während des Lesens Notizen, auf die du später für die Rezension zurückgreifst?
Nein. Ich merke mir diese Dinge im Kopf. Schon seit ich 12 bin, plotte ich meine Geschichten im Kopf, schreibe teilweise ganze Absätze im Geiste vor und bringe es später zu Papier. Während meiner Masterarbeit habe ich viel mit Notizen gearbeitet, da war es nötig, weil das wissenschaftliche Thema so komplex war und ich etwa 100 Texte und Bücher gelesen hatte für meine Arbeit, aber wenn ich nur ein Buch lese, bin ich in der Lage, mir zentrale Zitate oder Schwachstellen ohne Notizen zu merken.

?Bewertest du nach einem Fünf-Sternesystem oder nutzt du ein anderes Bewertungssystem?
Ich nutze 5 Kaffeetassen und beende meine Rezensionen stets mit irgendeiner Art von Kaffee-Vergleich. Ich bin eben Kaffee-Junkie und habe auch schon als Barista gearbeitet.

?Veröffentlichst du auch Rezensionen außerhalb deines Blogs? 
Ja, auf Verkaufsplattformen wie Amazon und auf diversen Leseplattformen wie Lovelybooks.

?Wie wirst du auf die Bücher aufmerksam, die du rezensierst?
Entweder durch Leserunden auf Lovelybooks und anderen Plattformen oder, indem ich gezielt die Verlagsprogramme durchblättere. Ich habe diverse Newsletter abonniert, blättere regelmäßig durch die Vorschauen der Verlage (was mühsam ist – ehrlich, wieso machen es uns Verlage so schwer?!) oder stöbere durch andere Buchblogs. Auch auf Facebook findet man viele Anregungen, da gerade kleinere, unabhängige Verlage da viel Vorankündigen.

?Bewirbst du dich bei Verlagen/Autorinnen um Rezensionsexemplare?
Ja.

?Akzeptierst du E-Books als Rezensionsexemplare?
Ja, auch wenn ich Print bevorzuge.

Autoren und Verlage:

?Hast du Lieblingsautorinnen/Lieblingsverlage?
Ich bin absolut LYX verfallen. Nicht alles von denen ist gut, aber gerade die historischen Liebesromane sind einfach nur zum Schwelgen. Ansonsten gefällt mir viel aus dem Programm von Amrûn. Lieblingsautoren habe ich auch, aber die sind tot (Jane Austen, Bram Stoker, H. P. Lovecraft…)

?Liest und rezensierst du nur Bestseller/bekannte Autorinnen oder auch Indiebücher, also Bücher von Autorinnen aus Kleinverlagen oder Selfpublisher?
Sowohl als auch. Wichtig ist, dass mich der Inhalt anspricht. Bisher hatte ich aber bei Selfpublishern und Quasi-Selfpublishern (Amazon Publishing, bestimmte reine Digitalverlage) echt Pech, da waren einige unfassbar schlechte Bücher dabei. Aber Kleinverlage, die ihren Job ernst meinen, bieten ein tolles Programm, z.B. der erwähnte Amrûn Verlag oder auch meine persönliche Neuentdeckung, der Mantikore Verlag.

?Wo kaufst du deine Bücher? 
Bei Amazon oder im stationären Handel bei Thalia bzw. dem einen kleinen, süßen Laden, wo eine alte Dame arbeitet, die vermutlich jedes Buch schon gelesen hat.

?Die meisten Indies sind nicht im normalen Buchladen zu finden. Wie wirst du auf sie aufmerksam?
Ich versuche, in den Sozialen Netzwerken die Augen danach offen zu halten. Viele Selfpublisher sind auch bei Lovelybooks. Auf Facebook folge ich vermehrt Kleinverlagen.

?Interessieren dich Lesungen von Autor*innen?
Mh, ich weiß nicht. Ich war auf einer Lesung von Hohlbein und das hat mich nicht so umgehauen. Andererseits habe ich auf der LBM ein Input-Referat von Fitzek gehört und der hat eine halbe oder dreiviertel Stunde so unterhaltsam erzählt, dass ich mir vorstellen könnte, dass seine Lesungen witzig sind. Eine reine Lesung, in der der Autor nur aus seinem Buch vorliest und dann Fragen beantwortet, wäre mir wohl zu langweilig.

?Welche Buchwerbung zieht deine Aufmerksamkeit auf sich? Was reizt dich, mehr über das Buch zu erfahren? (Beispiele: Facebook-Werbung, Werbegrafiken, Werbenewsletter, Empfehlungen durch Genrenewsletter, Fernsehwerbung, Plakatwerbung, Flyer, Buchtrailer usw.)
Eigentlich kann mich jede Werbung ansprechen, egal in welchem Format ich sie finde. Wichtiger ist, ob mir Cover, Titel und Werbeslogan auf Anhieb gefallen.

?Nimmst du selbst an Gewinnspielen in sozialen Medien oder auf Blogs teil? Gibt es Gewinne, die du besonders gerne gewinnen würdest? (Beispiele: Taschenbücher, E-Books, Lesezeichen, zum Buch passende Kleinigkeiten, dein Name im nächsten Buch, …)
Ich habe schon an einigen Gewinnspielen teilgenommen und gebe gerne zu: Ich bin Lesezeichen-süchtig. Mit sowas kann man mich immer kriegen!

Zum Abschluss möchte ich dir für dieses Interview ganz herzlich danken! Es war spannend und interessant, mal etwas mehr über dich zu erfahren. 
Ich bedanke mich für die Möglichkeit, meine enorm interessante Wenigkeit vorstellen zu können.



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