Dienstag, 27. September 2016

Buchblogger im Interview: Bücher E-Books und mehr - 27.09.2016

Immer wieder Dienstags:
Buchblogger im Interview

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach interessierten Buchbloggern, die mir immer wieder Dienstags hier Rede und Antwort stehen möchten. Meldet euch gerne bei mir!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit Antworten auf Fragen, die Ihr so oder so ähnlich noch nie gestellt habt. 
Heute im Interview Dorothea Müller über ihren Blog
Bücher, E-Books und mehr


Fragen rund um den Blog

?Wie heißt dein Blog und was bedeutet der Name für dich?
Bücher, ebooks und mehr.

?Unter welcher Adresse (URL) ist dein Blog zu finden?
https://buecherebooksmehr.wordpress.com/

https://buecherebooksmehr.wordpress.com/


?Seit wann bloggst du schon?
Angefangen habe ich kurz nach LLC 21014 im Mai.

?Hast oder hattest du noch andere Blogs?
Ich habe auch noch einen Reiseblog. In dem ich über meine kleinen und großen Abenteuer schreibe. Wie z. B. im Moment aus Hawaii
http://weltenbummlerinblog.com

?Worum geht es auf deinem Buch-Blog?
Hauptsächlich Rezensionen über die Bücher die ich lese. Die bunt gemischt sind. Dieses Jahr habe ich habe ich neu dazu Interviews mit Autoren. Bin gerade beim Überlegen die Interviews zu erweitern, mir Interviewpartner aus der gesamt Buchhandlung zu suchen.

?Wie viele Follower hast du und ist dir die Zahl wichtig? 
Follower habe ich nicht viele. Am Anfang habe ich mich über jeden Follower gefreut. Doch nachdem ich mich geärgert habe, weil die Zahl klein bleibt, freue ich mich über meine Follower, die ich habe und wenn es mehr werden schön und wenn nicht auch gut. Ich schreibe ja meinen Blog zu meinem Vergnügung und da ist mir die Zahl eigentlich egal.

?Was tust du, um deinen Blog bekannter zu machen?
Ich bin bei Facebook und Twitter und schreibe meine Rezensionen auch auf LovelyBooks, Goodreads, was liest du, Vorablesen.

?Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit auf deinem Blog, die die anderen nicht haben? 
Das bin ich gerade am herausfinden.  Aber im Moment würde ich sagen, das einzige was mich von anderen abhebt ist, dass ich fast täglich eine Rezension veröffentliche. Außer ich bin gerade unterwegs….

?Veranstaltest du auf deinem Blog hin und wieder besondere Aktionen wie Gewinnspiele, Blogtouren oder vielleicht was ganz anderes?
Ich probiere es immer wieder mit einem Gewinnspiel. Doch irgendwie klappt das nicht so ganz. Viele Lesezeichen und andere schöne Dinge warten auf einen anderen Besitzer. Sogar ein oder zwei signierte Bücher. Nach Hawaii möchte ich es noch mal versuchen und hoffe, dass ich dann mehr Glück habe, anderen etwas gutes zu tun.

?Wir haben uns auf der Love Letter Convention (LLC) in Berlin kennengelernt. Gehst du noch zu anderen Buch-Events? Welcher ist dein Favorit?
Normalerweise schaue ich, dass ich immer auf die Frankfurter Buchmesse gehe. Doch seitdem ich auf der Leipziger Buchmesse war. Will ich eigentlich nur noch dahin. WOW, die war beeindruckend. Dort wusste ich nicht, wohin ich wann gehen sollte. So viele Veranstaltungen, Autorentreffen und Vorträge. LLC gefällt mir auch sehr gut, doch am Anfang war das mehr wie ein Familientreffen, jetzt sind es einfach viel mehr Leser und Autoren. Irgendwie bleibt da das persönliche auf der Strecke.

?Hast du Bloggerkollegen, mit denen du gemeinsame Aktionen planst oder geplant hast? 
Geplant ist noch nichts.  Aber bei einem meiner Lieblingsbücherblogs mache gerne bei den Challenges mit. Z. B. Bücherreihen beenden oder Jahresrückblick.  https://martinabookaholic.wordpress.com/

?Wie viel Zeit steckst du am Tag/in der Woche in deinen Blog?
Täglich so ungefähr 1 Std. Wenn ich etwas neues plane können es schon bis 6 Std. am Tag sein.

?Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft - für deinen Blog oder darüber hinaus?
Das es mir weiterhin so viel Spaß macht und sonst bin gespannt wohin mich der Blog noch bringt.

Über dich: 

?Wer ist der Mensch hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen?
Wer ist der Mensch hinter diesem Blog…
Verrückt, chaotisch, abenteuerlustig und manchmal auch etwas sprunghaft. :)

?Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus?
Ich richtigen Leben – gelernte Hotelfachfrau mit Betriebswirt und arbeite als Rezeptionistin.

?Hast du neben dem Lesen und dem Bloggen noch Zeit und Lust für andere Hobbies?
Oh ja, die Hobbies ändern sich sehr schnell und sind verschieden. Lesen und Reisen sind die, die ich immer habe. Zur Zeit bin ich auch ein Fan von Geocaching, Fotografie und scrapbooking.

?Ich weiß, dass du gerne und viel reist und kein Abenteuer scheust. Welche deiner bisherigen Reisen hat dich am nachhaltigsten geprägt? Und gibt es ein Ziel, wo du nicht noch einmal hin wollen würdest?
Am meisten geprägt hat mich meine Neuseelandreise. 9 Monate Neuseeland haben mir gezeigt, wie die Welt sein könnte und dass ich mehr drauf habe, als ich selbst gedacht hätte. Seitdem höre ich mehr auf meinen Bauch, weil er einfach recht hat. Athen ist die Stadt, die mich am meisten enttäuscht hat und wo ich nicht noch einmal hin gehen würde.

http://weltenbummlerinblog.com

?Print oder E-Reader?
Ich bevorzuge Print, doch wenn ich kurz vor einer Reise stehe, kaufe ich nur noch ebooks. So kann ich meine Bücher mitnehmen ohne das mein Koffer zu schwer wird. 3 Monate Hawaii und genug Bücher einpacken ist etwas schwer. Aber dann sind ebooks genau das richtig. Zuhause sitzt ich lieber mit dem Buch auf der Couch oder im Garten

?Fernseher oder Radio?
Fernseher, obwohl das auch nicht mehr wirklich stimmt. Habe keinen mehr. Youtube ist jetzt mein Medium über den Laptop.

?Serie oder Film? 
OH, gute Frage. Ich mag beides sehr gerne. Ich ziehe aber einem guten Film der Serie vor. Denn meisten fangen mich die Serien zu langweilen an.

?Zelt oder Luxushotel?
Luxushotel einfach deshalb, weil ich gerne bequem schlafe.

?Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Deutsche Bücher vor Ort gibt es nicht zu kaufen. Was tust du? 
Amazon bestellen, hatte ich schon mal gemacht. :)

Dorothea erobert die Welt

?Was möchtest du uns sonst noch erzählen? Gibt es eine Anekdote oder ein Geheimnis, das du ausplaudern möchtest?
Der Hauptgrund warum ich so eine Süchtige bin ist, dass ich Legastheniker bin. Lese- und Rechtschreibschwäche…

Über das Lesen:

?Wie viel liest du am Tag?
Bei schlechten Wetter kann ich schon ein Buch mit 800 Seiten komplett lesen.

?Was kostet dich dein Hobby Lesen monatlich?
Das kommt darauf an, wie viel Bücher ich in diesem Monat unbedingt habe will. Zwischen 80 – 150 €

?Wo liest du am liebsten?
Auf meiner Couch, bzw. im Garten.

?Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab?
Fantasy ist mein Top 1, doch ich lese auch gerne mal Liebesromane, Krimi, Thriller, Erotik.

?Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat?
Steinere Schwingen von Jennifer L. Armentrout

?Welches Buch möchtest du unbedingt noch / als nächstes lesen?
Oh, das sind so viele.


Dorotheas Bücherregale

?Was machst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt?
Wenn mir ein Buch nicht gefällt, lege ich erst einmal weg und versuche es später noch einmal. Beim zweiten Versuch und es klappt immer noch nicht, dann kommt es weg und in einer Rezension schreibe ich ehrlich, warum ich es nicht lesen konnte bzw. abgebrochen habe.

?Das Buch ist handwerklich einwandfrei, aber entgegen deiner Erwartung gefällt dir die Story nicht. Wie gehst du damit um?
Dann schreibe ich das auch so in die Rezension. Doch ehrlich gesagt ist das bis jetzt noch nie passiert.

?Wie sehr stören dich schlecht lektorierte Bücher, deren Story dir trotzdem gefällt?
Wenn die Rechtschreibfehler wirklich das Lesen beeinträchtigen, so dass man mehr rätselt, was eigentlich gemeint ist. Am Anfang probiere ich es weiter so zu lesen, doch wenn es nicht mehr geht, dann lasse ich es und schreibe eine Rezension bzw. schreibe den Autor an.

?Was ist schlimmer? Rechtschreibfehler oder Logik-/Plotfehler? Und wie sehr stört das eine oder andere deinen Lesefluss?
Logikfehler ist auf jeden Fall sehr schlimm. Rechtschreibfehler können jedem mal passieren. Die meisten überliest man und wenn es einen auffällt, stutzt man und liest eigentlich weiter, meist noch mit einem Lachen. Logikfehler können einen aus der Geschichte reißen und man wundert sich. Einmal habe ich sogar wieder von vorne das Lesen angefangen. Ich dachte ich hatte was überlesen.

?Magst du Leseproben zu Büchern oder reichen dir Klappentext und Cover? Was muss in einer Leseprobe drin stehen, damit du den Rest des Buches lesen willst?
Eigentlich reichen mir Klappentext und Cover, um mich für ein Buch zu begeistern.  Doch wenn, das Cover nicht so richtig zum Klappentext passt, lese ich gerne eine kleine Leseprobe, um genau zu wissen, was los ist. Die ersten 50 Seiten, wenn mich da die Geschichte gepackt hat, kauf ich mir das Buch.

Über Rezensionen:

?Autoren sehnen sich nach Lesern, die Rezensionen schreiben. Du machst das und dafür danke ich dir im Namen aller Autoren. Was hat dich dazu gebracht, damit anzufangen? 
Ich wollte endlich mein eigenes Buch herausbringen, und als Übung für das tägliche Schreiben, dachte ich mir eine Rezension zu schreiben ist genau das Richtige. Da ich meistens jeden Tag ein Buch lese, kann ich auch jeden Tag eine Rezension schreiben. 

?Worauf achtest du beim Verfassen deiner Rezensionen?
Nicht zu viel über die Geschichte zu erzählen. Ich hasse es, wenn man eine Rezension liest und die ganze oder das Wichtigste schon drin steht.  Meine persönliche Meinung und manchmal kann ich nicht aufhören darüber zu schreiben. Doch bei manchen ist es etwas schwieriger alles in Worte zu fassen.

?Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht? 
Sie sagt mir, was mich erwartet, ohne wirklich zu sagen, was passiert. Spoilern geht gar nicht, dann brauche ich mir das Buch nimmer zu kaufen. 

?Was hältst du von der durch Amazon ausgelösten Manie, ein Buch unter fünf Sternen gar nicht mehr anzuschauen? Wie denkst du, kann man das Bewertungssystem dort wieder fairer gestalten?
Darauf achte ich beim Kaufen gar nicht. Ich schaue mir ab und  zu mal die Rezensionen an. Doch wenn ein Buch nur 5 Sterne hat, stimmt meisten damit was nicht. Wenn ich nicht eine einzige 2 – 4 Sterne sehe. Wundere ich mich persönlich darüber und meistens, wenn ich das Buch dann lese, weiß ich auch warum. Nur 5 Sterne Bücher zu lesen ist doch langweilig und man kann ja auch nicht jedem Gefallen. Ich kaufe ein Buch und denke ich bekomme Erotik und dann habe ich eine sehr romantische Geschichte mit 0 Sex drin. Der eine freut sich trotzdem an der Geschichte, der andere gibt 1 Stern, weil er Erotik wollte.  
Fairer wäre es wie bei youtube, das mag ich oder mag ich nicht. Dann gibt es  keine 1 – 5 Sterne mehr, sondern nur ein Daumen hoch. 

?Veröffentlichst du auch Rezensionen außerhalb deines Blogs? 
Ja, auf Amazon, Thalia, Goodreads, Was liest du, LovelyBooks, Vorablesen und auf der Bloggerportal von Random House.

?Wie wirst du auf die Bücher aufmerksam, die du rezensierst? 
Ich schaue mir immer die Verlagsvorschauen an, sobald sie raus kommen. Dann kommen die interessanten Bücher auf meine Excel Liste – „ICH WILL HABEN“ , ein paar bekomme ich beim Bummel in Buchladen in die Hand und kaufe sie mir. Vor meiner Reise nach Hawaii habe ich festgestellt, das unsere Bibliothek sehr gut bestückt ist, und habe dort auch ein oder fünf neue Bücher mir geliehen. :)

?Bewirbst du dich bei Verlagen/Autoren um Rezensionsexemplare? 
Bei zwei Verlagen habe ich mich auf der Plattform/Website angemeldet. Dort hole ich mir ein oder zwei mal im Jahr neue Bücher.  Bei Autoren selbst eher selten, ein oder zwei habe ich schon bekommen bzw. beworben.

Autoren und Verlage:

?Hast du Lieblingsautoren/Lieblingsverlage? 
Egmont LYX war bis vor einem Jahr meine Nummer eins. Doch die habe ihr Programm geändert jetzt rutschen sie mit fast jedem neue Programm weiter runter. Sieben Verlag und Piper sind gerade so meine Lieblingsverlage.
Autoren – Christina Feehan,  Annie Stone,  G.A.Aiken und J. R. Ward
?Liest und rezensierst du Bestseller/bekannte Autoren? 
Darauf achte ich eigentlich nicht, wenn mir die Story gefällt, kaufe ich mir ein Buch, ob es jetzt ein Besteller ist oder nicht. Wenn mir ein Autor gefällt, hole ich mir jedes Buch, bis eins dabei ist das schlecht ist, bis jetzt nie passiert. 

?Liest du auch Indiebücher, also Autoren aus Kleinverlagen oder Selfpublisher? 
Ein Haufen, manchmal habe ich nur solche auf meine Kindle. Darauf achten tu ich eher weniger. Ob es jetzt ein großer Verlag ist oder Selfpublisher. Doch bei Selfpublisher schaue ich, dass ich die Rezension bald veröffentliche, da sie eher schon viel Arbeit haben und eine Rezension mehr immer gut ist. 

?Die meisten Indies sind nicht im normalen Buchladen zu finden. Wie wirst du auf sie aufmerksam? 
Da ist Amazon und Facebook sehr hilfreich. Bei Facebook hat man die Gruppen und anderen Autoren, die sich gegenseitig empfehlen. Bei Amazon gibt es diese schöne Zeile, was andere angeschaut bzw. gekauft habe. So sehe ich ein paar neue schöne Stücke, dich mir dann holen muss. 

?Was hältst du von Buchwerbung? Welche nervt, welche spricht dich an? 
Interessant, denn sie wird immer ausgefallener. Die Klassiker sind immer noch die besten, doch so manche Selfpublisher vor allem lassen sich wirklich was einfallen. Die Buchhandlung bleibt bei ihren alten „Sachen“.  Das einzige was ab und zu nervt sind die vielen Post die immer wieder das gleiche Buch bewerben.

?In den Sozialen Medien gibt es täglich Gewinnspiele rund um Bücher. Denkst du, der Markt ist übersättigt oder bringt das dem einzelnen Buch tatsächlich mehr Aufmerksamkeit?
Es kommt darauf an, wer das Gewinnspiel macht. Bei manchen bekommt das Buch noch mehr Aufmerksamkeit, bei anderen machen die Leute nur mit, weil es was umsonst gibt.

Zum Abschluss möchte ich dir für dieses Interview ganz herzlich danken! Es war spannend und interessant, mal etwas mehr über dich zu erfahren. 



Montag, 26. September 2016

Schrei der Bäume - Der Film

Vor einer gefühlten Ewigkeit wurde ich zum ersten Mal auf Torsten Laatsch und seine Kurzgeschichte Schrei der Bäume aufmerksam, eine Geschichte, die das Thema "Missbrauch von Kindern"  aufgreift und die Menschen wachrütteln will. 


Erschreckende Zahlen


Statistisch gesehen passieren in Deutschland täglich 33 Kindermissbrauchsfälle (Quelle: Bundeskriminalamt). Im Jahr 2014 wurden 12.134 Fälle angezeigt. Nicht nur mit dem Wissen, dass die Dunkelziffer der Fälle, die ohne Konsequenzen für die Täter hinter verschlossenen Türen passieren, um ein vielfaches höher liegt, ist diese Zahl erschreckend hoch. 

Häufig sind die Täter aus dem direkten Umfeld der Kinder, also genau die Menschen, die eigentlich Schutz und Hilfe bieten sollten. Viele Kinder haben Angst, über ihre Erlebnisse zu sprechen, weil sie unter Druck gesetzt und bedroht werden. Die wenigen, die sich dann doch trauen, sich Erwachsenen anzuvertrauen, stoßen nicht selten auf Unverständnis und werden nicht ernst genommen. 

Darum ist es wichtig, dass die Menschen auf diese Missstände aufmerksam gemacht werden, damit sie richtig reagieren, wenn sie je in die Situation geraten, Zeuge von Kindesmissbrauch zu werden oder wenn ein Opfer sich ihnen anvertraut.

Eine wichtige Botschaft


Und genau diese Botschaft zu verbreiten hat sich Torsten Laatsch mit seiner Kurzgeschichte "Schrei der Bäume" zur Aufgabe gemacht. Die Originalgeschichte gibt's hier zum Nachlesen:


"Eigentlich wollte ich nur eine kleine Geschichte über unseren Baum im Garten schreiben. Dass ich mit ihr am Ende die Seelen unserer noch so zerbrechlichen Kinder schützen könnte, war mir nicht von Anfang an bewusst. Jetzt weiß ich es!"~ Torsten Laatsch
Aber Der Autor hört beim Schreiben einer so packenden und wachrüttelnden Geschichte nicht auf. Die verdientermaßen preisgekrönte Kurzgeschichte wurde vertont und von niemand geringerem als Sven Martinek gesprochen. Beim ersten Anhören lief mir ein Schauer über den Rücken! Nicht nur Svens eindringliche Stimme und Sprache, sondern auch die unheimliche und realistische Akustik der Aufnahme trugen zu einer unglaublichen Atmosphäre bei, die in kürzester Zeit eine große Menge begeisterter Zuhörer fand. 

Aus dieser Begeisterung heraus entstand die Idee, einen aufrüttelnden Kurzfilm zu produzieren. Der Film "Schrei der Bäume" soll durch Crowdfunding finanziert werden. Das Projekt und jede Menge Informationen findet man unter diesem Link. Und genau dort gibt's auch den Titelsong der Band Eschenbach mit dem Titel "Die Mit Dem Nebel Ziehen" vorab auf die Ohren.

Zahlreiche bekannte Schauspieler und Musiker haben sich dem Projekt bereits angeschlossen. Sie alle verfolgen ein Ziel: Aufzuklären und die Augen nicht weiter zu verschließen. Neben Sven Martinek gehören nun auch Katy Karrenbauer, Frank Kessler, die Band Eschenbach, Joseph Hannesschläger, Michelle Monballijn und viele andere zum Team, das täglich wächst. Die komplette Liste aller teilnehmenden Künstler, Produzenten, Techniker, usw. kann man auf der Facebook-Seite des Projekts nachlesen. 

Der einzige, der noch fehlt, bist du! Jawohl! Ohne die Unterstützung von Lesern und Fans geht es nicht. Um die Produktion wahr werden zu lassen, kann jeder bei dem Projekt helfen und mitmachen. Werde Fan des Crowdfunding Projekts, und verpasse nicht den Startschuss für eine Herzenssache, die eine Investition in unsere Zukunft ist. 

Wenn nicht wir, wer sonst? 



Wichtige Links zum Thema Kindesmissbrauch:

Bei Verdachtsfällen kontaktieren Sie eine örtliche Beratungsstelle.
Für bundesweite Anfragen gibt es die zentrale Hotline 0800 22 55 530.
Kontaktadressen für den Notfall (PDF Download)
Die Kinderinsel - wir helfen Kindern
www.nicht-wegsehen.net
Kindernothilfe

Dienstag, 20. September 2016

Buchblogger im Interview: Sarahs Bücherwunderland - 20.09.2016

Immer wieder Dienstags:
Buchblogger im Interview

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach interessierten Buchbloggern, die mir immer wieder Dienstags hier Rede und Antwort stehen möchten. Meldet euch gerne bei mir!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit Antworten auf Fragen, die Ihr so oder so ähnlich noch nie gestellt habt. 
Heute im Interview Sarah Hauck über ihren Blog
Sarahs Bücherwunderland


Fragen rund um den Blog

?Wie heißt dein Blog und was bedeutet der Name für dich?
Sarahs Bücherwunderland heißt mein Blog und ich bin total stolz auf diesen Namen. Der Name bedeutet mir viel, weil ich ganz allein darauf gekommen bin und dass der erste Schritt zum eigenen Blog war. Erst Monate später ist der Blog dann online gekommen.

?Unter welcher Adresse (URL) ist dein Blog zu finden?
sarahsbuecherwunderland.blogspot.com
Man findet mich auch auf Facebook und
Instagram: @sarahs_buecherwunderland

sarahsbuecherwunderland.blogspot.com


?Seit wann bloggst du schon?
Ich blogge seit dem 05.05.2016.

?Hast oder hattest du noch andere Blogs?
Nein. Ich habe damals auf einer lieben Facebookseite geholfen und dort die ersten Kurzmeinungen veröffentlicht, aber mit Bloggen hatte das nicht viel zu tun.

?Worum geht es auf deinem Blog?
Na ja, dort findet, denke ich, jeder etwas. Jeder Buchverrückte ist willkommen und es ist ein sehr persönlicher Blog, gerade auf Facebook gibt es auch Bilder aus meinem Alltag. Es gab heute (11.08.) beispielsweise ein Bild von meinem Frühstück und meinem aktuellen Buch.

?Wie viele Follower hast du und ist dir die Zahl wichtig?
Ich habe 23 Follower auf meinem Blog, die Zahl ist mir nicht so wichtig, denn ich sehe ja, dass meine Rezensionen beispielsweise weit mehr Aufrufe haben, die Aufrufe sind sehr wichtig. Wichtiger sind die Follower auf den Social Media Seiten. Und da läuft es echt super!

?Was tust du, um deinen Blog bekannter zu machen?
Ich arbeite viel mit Verlagen und mit Autoren zusammen, rezensiere die Bücher und mein Blog wird dadurch größer, wenn die Rezensionen geteilt werden. Außerdem gibt es ab und an ein Gewinnspiel und im Dezember eine riesen Adventskalenderaktion. Jeden zweiten Monat gibt es eine Bücherchallenge, da wächst die Seite enorm und es macht sehr viel Spaß.

?Jeder Post, in dem du ein Buchzitat integrierst, kommt in die extra Sektion "Buchzitate", was ich eine tolle Idee finde! Suchst du gezielt nach Zitaten beim Lesen, oder müssen sie dich "anspringen" und einfach in deinem Kopf sein, bei der Buchbesprechung danach?
Also manche Zitate springen mir so ins Auge, dass ich sie direkt notiere, das war beispielsweise bei meinem derzeitigen Lieblingszitat von K Bromberg so.
"Wer fühlt, lebt, und ist es nicht großartig, am Leben zu sein?" Das Zitat verfolgt mich schon länger und ich liebe es sehr.
Manchmal google ich auch Zitate und wenn ich sie teilen möchte, tue ich das.

Sarah in Love

?Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit auf deinem Blog, die die anderen nicht haben?
Na ja ich bin noch jung und das ist schon einmal eine Besonderheit. Mit meinen 16 Jahren ist vielleicht nicht alles perfekt, aber ich gebe mir Mühe was Einzigartiges zu machen. Die Bücherchallenge beispielsweise ist auf Facebook noch nicht sehr verbreitet, deswegen habe ich sie dort hingebracht.

?Veranstaltest du auf deinem Blog hin und wieder besondere Aktionen wie Gewinnspiele, Blogtouren oder vielleicht was ganz anderes?
Ja, wie schon gesagt, die Challenge, die Adventskalenderaktion und auch mal Gewinnspiele.

?Hast du Bloggerkollegen, mit denen du gemeinsame Aktionen planst oder geplant hast?
 Bisher noch nicht, dafür bin ich noch zu klein, aber wenn sich jemand findet, bitte melden!

?Wie viel Zeit steckst du am Tag/in der Woche in deinen Blog?
Sehr viel, vor allem in den Ferien, das wird sich in der Ausbildung dann ändern, aber jetzt gerade eigentlich jeder freie Minute. Ich liebe es einfach meinen "Büchermäusen" alles mitzuteilen und dann wird auch viel gelesen, was ja auch ein großer Bestandteil vom Bloggen ist.

?Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft - für deinen Blog oder darüber hinaus?
Ich möchte, dass noch mehr Büchermäuse dazu kommen, dass mein Blog ganz alt wird und dass ich nie den Spaß daran verliere.

Über dich:

?Wer ist der Mensch oder sind die Menschen hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen?
Klar, Foto gibts. Ich bin Sarah, wie man am Namen sieht. Ich bin verrückt, und bin 16 Jahre alt. Mehr gibt es ja in den nächsten Fragen oder auf meinem Blog! Ich wohne in einem kleinen Dorf zwischen Stuttgart und Ulm.

?Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus?
Ich fange jetzt am 01.09. eine Ausbildung zur Bankkauffrau an und freue mich schon sehr darauf.

?Hast du neben dem Lesen und dem Bloggen noch Zeit und Lust für andere Hobbies?
Ich besuche seit 2012 die Konzerte von meinem Lieblingssänger Daniele Negroni. Da war ich beispielsweise schon in Hannover, um ihn zu sehen, das sind fast 600 Kilometer von mir. Ich liebe einfach seine Musik und das wäre so das Hobby, was ich noch ausführe.

Sarahs 2 Leidenschaft: Daniele Negroni


?Print oder E-Reader?
Schwierige Frage. Ich habe erst jetzt nen Kindle gewonnen und bin gespannt wie es so ist. Ich habe bisher immer auf meinem Handy gelesen, was ich cool fand. Ich denke bei meinem vielen Bus und Zug fahren, da ist der E-Reader besser, aber ich liebe auch meine Print Bücher.

?Fernseher oder Radio?
Fernseher, ganz klar! Radio nur im Auto.

?Serie oder Film?
Film. Ich schaue kaum bis gar keine Serien und habe nur eine Lieblingsserie und das ist "Club der roten Bänder" da habe ich so viel geweint.

?Zelt oder Luxushotel?
War noch nie in nem Hotel, aber gezeltet habe ich schon. Hostel wäre so ein Zwischending.

?Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Deutsche Bücher vor Ort gibt es nicht zu kaufen. Was tust du?
Englische Bücher kaufen?!

?Was möchtest du uns sonst noch erzählen? Gibt es eine Anekdote oder ein Geheimnis, das du ausplaudern möchtest?
Ich glaube da gibt es nicht viel. Geheimnisse? Gibt es nicht wirklich :D Doch! Ich liebe es seit dem Bloggen Fantasybücher zu lesen *_*

Über das Lesen:

?Wie viel liest du am Tag?
In den ersten sechs Augusttagen, waren es 10 Bücher. Ansonsten sieht man das immer beim Monatsrückblick, das ist ganz unterschiedlich.

?Was kostet dich dein Hobby Lesen monatlich?
Während der Ausbildung viel viel mehr, vermute ich. Bisher so circa 20 Euro.

?Wenn ich sehe, wie viele Rezensionen du in einem Monat schaffst, dann bewundere ich deine Schnelligkeit beim Lesen! Rezensierst du alle Bücher, die du liest? Und kannst du von einem gleich ins nächste springen, ohne den "Trennungsschmerz", der manche nach dem Ende eines guten Buchs überfällt?
Ich rezensiere eigentlich alle Bücher die ich lese. Trennungsschmerz kannte ich bisher nur bei einem Buch und das war "Until Friday Night" von Abbi Glines. Danach musste ich erst einmal eine Pause machen und habe jeden Tag nur ein ganz kleines bisschen gelesen. Ansonsten kann ich ein Buch beenden, die Rezension schreiben und gleich ein anderes anfangen, cool oder?

?Wo liest du am liebsten?
Auf der Couch oder im Bett.

Sarah mit einem ihrer Vierbeiner

?Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab?
 Ich liebe Erotic, Liebesgeschichten, Thriller, Krimi. Seit dem Bloggen liebe ich auch Fantasyromane, die finde ich zurzeit ganz toll. Ich lese aber alles außer Historikromane.

?Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat?
Until Friday Night von Abbi Glines
Selection von Kiera Cass: Nur ein Wort: Maxon.

?Welches Buch möchtest du unbedingt noch / als nächstes lesen?
Da gibt es sehr viele. Ich würde gerne noch die weiteren Bücher von Isabel Abedi lesen, die Lux Reihe, Mythos Academy von Jennifer Estep. Drachenmondbücher, am liebsten alles !

?Was machst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt?
Das kommt drauf an, wenn es ein Rezensionsexemplar ist, dann quäle ich mich durch. Es passiert aber auch sonst selten, dass ich ein Buch abbreche, es kann ja sein es kommt noch was.

?Das Buch ist handwerklich einwandfrei, aber entgegen deiner Erwartung gefällt dir die Story nicht. Wie gehst du damit um?
Ich breche ab, glaube ich. So was hab ich selten gehabt.

?Wie sehr stören dich schlecht lektorierte Bücher, deren Story dir trotzdem gefällt?
Rechtschreibfehler finde ich schrecklich, das liegt wohl daran, dass ich mal Lehrerin werden wollte. Aber ich lese das Buch trotzdem weiter, ich möchte ja wissen, wie es mit den Protagonisten weiter geht.

?Was ist schlimmer? Rechtschreibfehler oder Logik-/Plotfehler? Und wie sehr stört das eine oder andere deinen Lesefluss?
 Rechtschreibfehler, da werd ich echt wütend :D

?Magst du Leseproben zu Büchern oder reichen dir Klappentext und Cover? Was muss in einer Leseprobe drin stehen, damit du den Rest des Buches lesen willst?
Ich lese keine Leseproben mehr, überhaupt keine, denn das stört mich dann, wenn ich das Buch lese und die ersten 5 Kapitel schon kenne. Manchmal muss mich nur das Cover überzeugen. Ansonsten reichen mir Klappentexte völlig aus.

Über Rezensionen:

?Autoren sehnen sich nach Lesern, die Rezensionen schreiben. Du machst das und dafür danke ich dir im Namen aller Autoren. Was hat dich dazu gebracht, damit anzufangen?
Ich wollte meine Meinung anderen zeigen, aus kleinen Kurzmeinungen wurden dann richtige Rezensionen.

?Worauf achtest du beim Verfassen deiner Rezensionen?
 Ich achte darauf nicht zu spoilern. Sonst markiere ich das. Außerdem möchte ich auch keinen Autor angreifen, nur weil mir das Buch nicht gefallen hat, ich versuche eine anständige Rezension zu schreiben und danach schreibe ich, wenn es möglich ist, noch mit den Autoren darüber, da kann ich dann ja spoilern.

?Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht?
Eine gute Rezension muss beweisen, warum es mir gefallen hat, oder warum eben nicht. Nur ein "Es hat mir gefallen", reicht nicht. Spoilern gehört nur selten dazu. 

Wie ist deine Meinung zu dem Buch?

?Was hältst du von der durch Amazon ausgelösten Manie, ein Buch unter fünf Sternen gar nicht mehr anzuschauen? Wie denkst du, kann man das Bewertungssystem dort wieder fairer gestalten?
Ich schaue mir die Meinungen selten an auf Amazon. Klar, wenn es nur ein Sterne Rezensionen hat, dann überlege ich es mir noch einmal, aber ansonsten man sollte sich nicht so viel beeinflussen lassen von dem großen A.

?Veröffentlichst du auch Rezensionen außerhalb deines Blogs?
Nein, denn ich möchte nicht, dass jemand anders die Rechte für meine Rezensionen hat.

?Wie wirst du auf die Bücher aufmerksam, die du rezensierst?
Über Bloggerportale oder ich stöbere mal bei Verlagen, die mir gefallen. Ansonsten vertraue ich auch auf die Meinung meiner Büchermäuse.

?Bewirbst du dich bei Verlagen/Autoren um Rezensionsexemplare?
Ja, das macht mich größer und die Autoren oder die Verlage!

Autoren und Verlage:

?Hast du Lieblingsautoren/Lieblingsverlage?
Mein Lieblingsverlag ist der Piper Verlag, denn mit denen kann man super zusammenarbeiten und auch so habe ich von ihnen die meisten Bücher im Schrank.

?Liest und rezensierst du Bestseller/bekannte Autoren?
Ja, sehr gerne sogar, meist sogar noch lieber als ganz alte Bücher, die Rezensionen kommen meist auch besser an, weil es einfach aktueller ist. Es kommt aber darauf an, ob ich das Buch lesen möchte oder nicht.

?Liest du auch Indiebücher, also Autoren aus Kleinverlagen oder Selfpublisher?
Ja! Diese Autoren bekommen von mir auch eine Chance. Genauso die Verlage!

?Die meisten Indies sind nicht im normalen Buchladen zu finden. Wie wirst du auf sie aufmerksam?
Die Welt des Internets.

?Was hältst du von Buchwerbung? Welche nervt, welche spricht dich an?
Wenn ich jeden Tag dasselbe lesen muss, dann nervt es. Wenn die Werbung aber kreativ ist, dann klicke ich schon mal drauf.

?In den Sozialen Medien gibt es täglich Gewinnspiele rund um Bücher. Denkst du, der Markt ist übersättigt oder bringt das dem einzelnen Buch tatsächlich mehr Aufmerksamkeit?
Es bringt Aufmerksamkeit, ich merke das auch durch das Rezensieren. Ich habe oft Bücher angefragt, die ich mir selbst nie gekauft hätte, die dann aber super toll waren!

Zum Abschluss möchte ich dir für dieses Interview ganz herzlich danken! Es war spannend und interessant, mal etwas mehr über dich zu erfahren. Vielleicht magst du uns zum Abschied ein Foto deines Bücherregals zeigen, falls vorhanden? Oder irgendetwas anderes, das du uns gerne zeigen möchtest?

Ich zeige mal ein Foto von meinen Haustieren und von mir, das Bücherregal findet ihr auf meinem Blog!

Noch mehr Pfötchen in Sarahs Leben


Sonntag, 18. September 2016

Buchrezension: Mit deinen Augen von Jana Zenker

Mit deinen Augen von Jana Zenker

Genre: Gegenwartsliteratur, Liebesroman
Seitenzahl: ca. 274 Seiten
Erhältlich als E-Book in allen gängigen Shops

Klappentext: 
Dunkelheit, schwarz, ewige Nacht ... Helena tappt durch Pauls Welt, wie Paul durch die Welt der Sehenden. Als sie beginnt, die Blindheit ihres Freundes zu akzeptieren, ist es beinahe zu spät für ihre Beziehung.

Der erste Eindruck
Das Cover gefällt mir sehr gut, die "fehlenden Farben" und die gewählte Schriftart deuten bereits auf das Handicap des Protagonisten hin. Es ist minimalistisch wie die Wohnung des blinden Paul, in dessen Leben Lene hineinstolpert. 

Das Leseerlebnis
Das Buch ist dank des flüssigen Schreibstils der Autorin leicht zu lesen, obwohl das Thema nur an der Oberfläche leicht ist. In Wahrheit hat es mehr Tiefgang, als man bei Liebesgeschichten normalerweise findet. Sehr gut hat mir die realistische Darstellung gefallen, mit der Lene zu Beginn ihrer Beziehung mit Paul seine Blindheit noch nicht als Problem sieht. Sie ist überzeugt davon, dass sie gemeinsam alle Schwierigkeiten meistern werden, bis nach und nach der Alltag und die Realität sie einholen und es zunehmend schwerer wird, Paul in seine eigene Welt zu folgen. Für die sehende Lene ist es eine Gratwanderung zwischen Liebe, Aufopferung und gluckenhafter Betreuung, die für Paul den Verlust seiner Selbständigkeit bedeuten. 

Wunderschön geschrieben fand ich die Liebesszene, die mit gefühlvollen Worten und nachvollziehbaren Gefühlen gespickt ist. 

In der Hälfte des Buchs wandelt sich der Stil etwas. Das Buch nimmt den Leser mit, fort von Paul und seinem Handicap mehr zu Lene und ihren Problemen, mit der gescheiterten Beziehung klarzukommen. Ich habe mit den beiden gelitten und geweint, denn man möchte einfach, dass sie einen Weg finden, zusammenzubleiben und ihre Liebe nicht am Alltag scheitert. 

Ein paar wenige Schreibfehler im Buch sind leicht irritierend, weil sie so merkwürdig falsch sind und der Rest des Buchs völlig fehlerfrei daher kommt, sie schmälern das Leseerlebnis aber in keinster Weise.

Fazit
Ein Buch, das ich jederzeit noch einmal lesen würde. Die Autorin beschreibt Alltagsszenen, die Stadt Berlin und die Gefühle ihrer Protagonisten mit scheinbarer Leichtigkeit und einer so genauen Detailtreue, dass man während des Lesens alles genau vor Augen hat. Eine klare Leseempfehlung für Leser, die Geschichte, wie sie das Leben schreibt, mögen. 

Da dieses Buch bei Neobooks erschienen ist, erscheint diese Rezension auch dort.


Aktuelles über die Autorin und ihre Bücher findet Ihr auf: 

Jana auf Neobooks
Jana auf Twitter
Amazon Autorenseite

(c) Pixabay
Rezensionen sind Seelenfutter für Autoren, sie sind nicht nur wichtig, um Bücher für potentielle Leser/-innen sichtbarer zu machen, sondern sie sorgen auch für die nötige Motivation, weiterzuschreiben. Rezensionen, die ich auf diesem Blog veröffentliche, erscheinen außerdem bei Amazon, Goodreads und Lovelybooks sowie auf allen meinen Social Media Kanälen.

Samstag, 17. September 2016

Wie ist man eigentlich authentisch?

Wann bin ich authentisch?


Egal welcher Grund jemanden antreibt, einen Blog, eine Webseite oder auch nur eine Seite in den sozialen Medien zu betreiben, früher oder später wird man bei der Suche nach Inhalten für diese Plattformen auf das Wort "Authentizität" stoßen. Jeder fordert es, jeder will es sein, jeder sagt, nur so geht es! Wenn du Leser willst, musst du authentisch bleiben!

Aber was ist das eigentlich, Authentizität? Wie ist man, wenn man authentisch bleibt?
Wikipedia sagt dazu:

Authentizität (von gr. αὐθεντικός authentikós „echt“; spätlateinisch authenticus „verbürgt, zuverlässig“) bedeutet Echtheit im Sinne von „als Original befunden“. 
Ich soll also keine Kopie sein, sondern ein Original. Originell, einmalig, kein Abziehbild. Das klingt ja erst mal ganz einfach. Ist nicht jeder Mensch einzigartig und ist man nicht automatisch authentisch, weil das so ist? Anscheinend nicht, denn Authentizität, im Internet zur Schau gestellt, wird von Besuchern unter die Lupe genommen und kritisch bewertet.

Dass ich Autorin bin, wissen die meisten, die diesen Artikel lesen und meinen Blog kennen. Das Schreiben ist erst seit wenigen Jahren so intensiv ein Teil von mir, trotzdem ist alles, was ich schreibe authentisch. Es sind keine abgeschriebenen oder kopierten Geschichten, sondern die Ideen zu Charakteren, Plots und Twists sind ganz allein meine. Hier bin ich mir also sicher, authentisch sein zu können.

Doch was ist mit dem Rest? Worüber kann ich mich auf meinen diversen Seiten noch mit den Menschen unterhalten und dabei authentisch bleiben? Ist mein Leben wirklich spannend genug, um täglich interessante Themen für interaktive Kommunikation mit Lesern zu finden? Was macht mich denn aus und vor allem, was macht mich interessant?

Es gibt zahlreiche Tipps im Internet, wie man Ideen für Artikel in einem Blog zusammenbekommt. "Content mit Mehrwert für den Leser" ist das Zauberwort. Finde etwas, das die Leser interessiert und schreib darüber. Aber bleib authentisch! Wie soll das gehen?

Vor kurzem stellte Matthias Matting in der Selfpublisherbibel ein Tool vor, das zeigt, welche Fragen Google zu bestimmten Stichworten am häufigsten beantwortet. Die Idee dabei ist, ein Stichwort, das mich beschäftigt dort einzugeben und anhand der dort gezeigten Fragen einen Blogartikel zu schreiben. Sofort wurden die Rufe laut, dass das alles Käse sei, weil man doch authentisch bleiben müsse. Aber warum ist man nicht authentisch, wenn man sich dort Ideen holt? Das Stichwort, das ich dort eingebe, das kommt von mir. Es hat mit meinen Büchern, meinen Interessen oder meinen Gedanken zu tun, denn sonst würde ich es nicht eingeben. Das Thema interessiert MICH, sonst würde es mir gar nicht einfallen. Sich dann anzusehen, was andere Menschen an diesem Thema interessiert, ist meines Erachtens kein Verrat an mir selbst, sondern lediglich eine Möglichkeit, dieses Thema auch von anderen Blickwinkeln aus zu betrachten. Authentisch würde doch sonst bedeuten, dass ich nur meine eigene Meinung, nur meine Ansichten verbreiten möchte. Authentisch kann aber auch bedeuten, dass ich mich für die Meinung anderer interessiere oder andere Perspektiven kennenlernen möchte.

Was nutzt es, wenn ich in meinem Kämmerchen sitze und nie über den Tellerrand hinausblicke, sondern stattdessen lediglich in meiner eigenen Buchstabensuppe rühre? Ist das dann authentisch? Mag sein, aber es ist vor allem einseitig und langweilig.

Ich finde, alles ist authentisch, was nicht abgeschrieben ist. Egal über welches Thema ich schreibe, es wird immer mit meinen eigenen Worten geschehen, meine Meinung widerspiegeln. Wenn Authentizität jedoch bedeutet, dass man sich öffentlich im Internet komplett "nackt" macht und alles erzählen soll, dann werde ich dieses Ziel nie erreichen. Als Autor steht man - ob man will oder nicht - deutlich mehr in der Öffentlichkeit als vorher, aber mir ist der Schutz meiner Privatsphäre immer noch wichtig. Darum auch das Pseudonym, darum der Impressums-Service. Ich verstecke mich nicht, ich schütze mich. Und ich erzähle, was ich erzählen will und lasse weg, was ich nicht sagen will.

Ich hoffe, dass meine Leser das, was ich schreibe, nicht als künstlich oder aufgesetzt empfinden. Das ist es nämlich nicht und wird es niemals sein. Ich werde nie über Dinge schreiben, die mich nicht interessieren. Wer allerdings kontroverse Themen sucht und die Auseinandersetzung oder heiße Diskussionen sucht, der ist bei mir auch falsch. Denn, authentisch wie ich bin, damit beschäftige ich mich im "richtigen Leben" auch nicht gerne. Ich treffe Entscheidungen für mich, nicht für die Öffentlichkeit. Ihr werdet von mir nicht bekehrt, ich möchte aber auch von euch nicht bekehrt werden. Egal bei welchem Thema.

Wie ist das für euch? Erkennt Ihr meinen Webauftritt als authentisch? Wie wirkt das alles auf euch, was ich so tue? Worüber möchtet Ihr etwas erfahren, was würde euch interessieren? Würde mich sehr über Feedback freuen. :)


Ich bin ...

Ich mag ...

Ich habe erlebt ...

Ich mag nicht ...



Dienstag, 13. September 2016

Buchblogger im Interview: Barbaras Paradies - 13.09.2016

Immer wieder Dienstags:
Buchblogger im Interview

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach interessierten Buchbloggern, die mir immer wieder Dienstags hier Rede und Antwort stehen möchten. Meldet euch gerne bei mir!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit Antworten auf Fragen, die Ihr so oder so ähnlich noch nie gestellt habt. 
Heute im Interview Barbara Knie über ihren Blog
Barbaras Paradies


Fragen rund um den Blog

?Wie heißt dein Blog und was bedeutet der Name für dich?
Mein Blog heißt Barbaras Paradies. Da ich keinen reinen Buch-Blog habe, wollte ich einen Namen, der nicht nur auf Bücher bezogen ist. Paradies bezieht alles mit ein und das ist ja alles mein kleines Paradies.

?Unter welcher Adresse (URL) ist dein Blog zu finden?
http://barbarasparadies.blogspot.co.at/

?Seit wann bloggst du schon?
Ich blogge seit Oktober 2015.

?Hast oder hattest du noch andere Blogs?
Nein, sonst habe ich keine weiteren Blogs, hatte ich auch nicht.

?Worum geht es auf deinem Blog?
Hauptsächlich um Bücher, aber auch um Filme und Serien und ums Thema Kochen und Backen.

?Wie viele Follower hast du und ist dir die Zahl wichtig?
Was das betrifft, steckt mein Blog noch in den Kinderschuhen. Ich habe aber mittlerweile schon 46 Follower (hab grad nochmal geschaut). Na sicher, freu ich mich, wenn es mehr sind, wäre ja gelogen, wenn nicht. Aber ich mache das, weil es mir Spaß macht. Ich freue mich natürlich, wenn's auch wer liest. ;-)

?Was tust du, um deinen Blog bekannter zu machen?
Anfangs habe ich mich darum nicht so gekümmert und nur auf der Facebook-Seite der Bücherfresser gepostet, wo ich seit Oktober 2015 Admin bin. Eine liebe Blogger-Kollegin hat mir dann ein paar Aktionen gezeigt, bei denen ich mitmachen könnte. Mittlerweile kommentiere ich Posts auf anderen Blogs und poste meine Beiträge auch in mehreren Facebook-Gruppen. Außerdem bin ich auch auf Twitter, Instagram und Pinterest.

?Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit auf deinem Blog, die die anderen nicht haben?
Also Strategie habe ich keine. ;-) Ich finde, dass jeder Blog seinen eigenen Stil hat, weil's jeder auch ein bissl anders macht.

?Du hast durchgängige Illustrationen auf deinem Blog, die ihm ein ganz eigenes Gesicht und Gefühl geben. Sind die selbst gemacht?
Danke, es ist aufgefallen! *freu* Ja, die habe ich selber gezeichnet. In letzter Zeit habe ich mir viele andere Blogs angeschaut und da gibt es ja ein paar, die einen ganz tollen Style haben. Da habe ich mir gedacht, ich muss auf meinem Blog was ändern und tada ... das ist das Ergebnis. Ich wusste nicht, wie ich das mit dem Computer hinkriege, deswegen habe ich selber gezeichnet. Ich bin aber dauernd am Überlegen, ob man nicht was besser machen könnte.

http://barbarasparadies.blogspot.co.at/ 

?Veranstaltest du auf deinem Blog hin und wieder besondere Aktionen wie Gewinnspiele, Blogtouren oder vielleicht was ganz anderes?
Bis jetzt hatte ich nur eine besondere Aktion auf meinem Blog. Das war die Coverenthüllung von Teil 2 und 3 von Forbidden Touch von Kerstin Ruhkieck. Aber ich würde in Zukunft gerne mehr machen.
Bei Facebook bin ich Admin der Gruppe Bücherfresser BookChallenge2016. Meine Fortschritte bei der Challenge sieht man auch auf meinem Blog.

?Hast du Bloggerkollegen, mit denen du gemeinsame Aktionen planst oder geplant hast?
Die meisten der Admins bei den Bücherfressern haben ja auch einen Blog. Aktionen planen wir über die Bücherfresser-Seite.

?Wie viel Zeit steckst du am Tag/in der Woche in deinen Blog?
Ich kann das gar nicht sagen. Ich plane viele Sachen lange im Voraus, so gut es halt geht. Damit es dann schneller geht, wenn ich wenig Zeit habe.

?Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft - für deinen Blog oder darüber hinaus?
Mein größter Wunsch ist, dass mir die Freude und der Spaß daran nicht abhanden kommen. Sonst habe ich keine großen Ziele, aber cool wäre es schon, wenn der Blog bekannter wird. ;-)

Über dich:  

?Wer ist der Mensch oder sind die Menschen hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen?
Ich bin Barbara Knie, demnächst 40 Jahre alt. Ich habe schon als Kind gerne gelesen. Während meiner Schulzeit wurde mir das Lesen ein bissl vermiest, weil ich nicht das lesen wollte, was die Lehrer lesen wollten. Aber nach der Schule habe ich dann wieder angefangen, mehr zu lesen. Und jetzt blogge ich über Bücher. ;-)

?Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus?
Für viele was superlangweiliges und etwas, das so gar nichts mit Büchern (also welchen mit Buchstaben) zu tun hat: Ich bin Buchhalterin.

?Hast du neben dem Lesen und dem Bloggen noch Zeit und Lust für andere Hobbies?
Im Moment lese ich wirklich hauptsächlich. Aber ich male auch gerne mit Acrylfarben. Die muss ich jetzt wieder mal auspacken. Vielleicht zeig ich dann was auf meinem Blog. ;-)

?Print oder E-Reader?
Eindeutig E-Reader. Ich musste zwar erst überzeugt werden, aber das ging dann schnell. Der ist viel praktischer zum Mitnehmen und man braucht nicht so viel Licht beim Lesen. Aber ich habe auch hin und wieder einen Print in der Hand.

?Fernseher oder Radio?
Beides. Abends fernsehen, untertags läuft fast immer der Radio.

?Serie oder Film?
Beides. Bekennender Serien- und Filmjunkie! Seht ihr auch auf meinem Blog.


Barbara mit Paddington Bär <3

?Zelt oder Luxushotel?
Ohne Überlegen Luxushotel. Nie im Leben in ein Zelt.

?Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Deutsche Bücher vor Ort gibt es nicht zu kaufen. Was tust du?
Wenn ich unbedingt was zum Lesen brauche, dann im Notfall ein englisches. Die gibt's im Normalfall überall. Wenn's eine Städtereise ist, wär's nicht so tragisch, weil da habe ich sowieso nie Zeit zum Lesen. Im allergrößten Notfall gibt’s ja noch die Kindle-App am Handy. ;-) Bücher hab ich immer dabei. :-D

?Du hast das Buch "Goodbye Zucker" nicht nur rezensiert, sondern auch die Challenge, 8 Wochen zuckerfrei zu leben angenommen. Wie war das für dich? Wirst du weitermachen oder andere Bücher dieser Art lesen/testen?
Ich habe ja die Challenge nicht nur wegen der Rezension gemacht, ich hatte mir das wirklich vorgenommen und wollte meinen Lebensstil ein bissl verändern. Ziel war auch ein bissl abzunehmen. Gar so viel war's leider nicht. Leider hat sich auch das zuckerfreie Leben nicht lange gehalten. Ich gestehe, ich bin rückfällig geworden. Ein Schokoholic bleibt ein Schokoholic. Aber es gibt doch einige Sachen, die ich aus den 8 Wochen mitgenommen habe. Ich passe mehr auf versteckten Zucker auf. Was sich jetzt irgendwie blöd anhört, wenn ich dann trotzdem die Schoki reinhau, aber man kann ja zumindest ein bissl was tun. Also ich kaufe nach Möglichkeit keine Fertigprodukte und koche lieber selber. Außerdem versuche ich, auch nicht gar so viel Obst zu essen und da lieber Gemüse zu nehmen.
Ja, ich würde so etwas gerne wieder machen. Ich bin noch auf der Suche nach einem Buch. Ich finde das Thema Ernährung sehr interessant.

?Was möchtest du uns sonst noch erzählen? Gibt es eine Anekdote oder ein Geheimnis, das du ausplaudern möchtest?
Wenn ich mit dem Interview fertig bin, hab ich keine Geheimnisse mehr. ;-)

Über das Lesen: 

?Wie viel liest du am Tag?
Auf mindestens eine Stunde komm ich meistens schon. Ist immer zeitabhängig. Bei Büchern mit so 300 bis 400 Seiten lese ich in etwa zwei in der Woche.

?Was kostet dich dein Hobby Lesen monatlich?
Ich weiß es gar nicht. Mein Bücherkonsum am Kindle finanziert sich hauptsächlich durch Amazon-Gutscheine, die ich zum Geburtstag und zu Weihnachten bekomme. Sparen würde ich mir viel, wenn ich mal meinen SuB abbauen würde. Ich bin ein Opfer des Kindle-Deals.

?Wo liest du am liebsten?
Auf der Couch oder im Bett. Im Sommer auch auf der Terrasse.

?Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab?
Vor drei Jahren habe ich Dystopien und Jugendbücher für mich entdeckt. Im Moment beweg ich mich eher in diesen Genren. Darf aber auch Fantasy sein und hin und wieder darf's auch mal ein Liebesroman sein oder auch ein Thriller. Früher war ich mehr auf historische Romane fixiert, das ist jetzt weniger. Aber ich liebe noch immer Zeitreisen. ;-)

?Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat?
Secret Elements 1 - Im Dunkel der See von Johanna Danninger

?Welches Buch möchtest du unbedingt noch / als nächstes lesen?
Die Liste ist lang. ;-) Mal alle auf meinem SUB. :-D

?Was machst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt?
Kommt nicht oft vor. Aber das Beste ist abbrechen. Es hat keinen Sinn, sich zu quälen. Ich brauch nur manchmal sehr lang, bis ich endlich abbreche. Ich glaube dann immer noch, dass das Buch noch besser wird.

?Das Buch ist handwerklich einwandfrei, aber entgegen deiner Erwartung gefällt dir die Story nicht. Wie gehst du damit um?
Das trifft bei mir auf Die 13. Fee zu. Ich fand den Schreibstil wirklich einzigartig. Sowas habe ich vorher noch nicht gelesen. Aber die Geschichte und vor allem die Protagonisten haben mich überhaupt nicht überzeugt. Aber ich hab's fertiggelesen. Das war auch das einzige Mal, dass mir sowas passiert ist.

?Wie sehr stören dich schlecht lektorierte Bücher, deren Story dir trotzdem gefällt?
Diese Bücher sind manchmal schon sehr mühsam zu lesen, vor allem, wenn sehr viele Fehler drin sind, aber die Story zählt mehr. Ich glaub, ich habe mich in einer Rezension auch noch nie über sowas beschwert und würde das Buch dann auch nicht schlechter bewerten.

?Was ist schlimmer? Rechtschreibfehler oder Logik-/Plotfehler? Und wie sehr stört das eine oder andere deinen Lesefluss?
Logik-/Plotfehler sind schlimmer. Rechtschreibfehler stören zwar schon sehr den Lesefluss, sind aber eher zu verzeihen. Da liest man weiter. Logik-/Plotfehler bringen einem dann komplett aus dem Konzept.

?Magst du Leseproben zu Büchern oder reichen dir Klappentext und Cover? Was muss in einer Leseprobe drin stehen, damit du den Rest des Buches lesen willst?
Ich lese keine Leseproben. Da hat man dann schon so viel vom Buch gelesen. Da würde ich gleich weiterlesen wollen. Klappentext und Cover reichen.

Über Rezensionen: 

?Autoren sehnen sich nach Lesern, die Rezensionen schreiben. Du machst das und dafür danke ich dir im Namen aller Autoren. Was hat dich dazu gebracht, damit anzufangen?
Die Bücherfresser haben im Oktober nach neuen Admins gesucht und ich wurde genommen. Rezensionen waren dafür keine Bedingung, aber ich habe mir dann gedacht, ich probiere das auch mal. Und dann bin ich dabei geblieben.

?Worauf achtest du beim Verfassen deiner Rezensionen?
Ehrlichkeit und ich versuche, Spoiler so gut es geht zu vermeiden. Wenn ich schon spoilere, dann kennzeichne ich den Abschnitt.

?Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht?
Eine ehrliche Rezension ist die beste. Der Autor hat auch nix davon, wenn man alles schönredet, wenn's einem nicht gefallen hat.
Wenn man schon spoilert, dann gehört das auf jeden Fall vorher gekennzeichnet. Dann kann der Leser entscheiden, ob er weiterliest oder den Abschnitt überspringt. Aber hin und wieder ist eine Rezension ohne ein bisschen spoilern wirklich sehr schwer.

?Was hältst du von der durch Amazon ausgelösten Manie, ein Buch unter fünf Sternen gar nicht mehr anzuschauen? Wie denkst du, kann man das Bewertungssystem dort wieder fairer gestalten?
Das ging bis jetzt an mir vorüber. Ich schau mir an, was für mich interessant ausschaut. Ich schaue da im ersten Moment gar nicht auf die Bewertung. Wenn ich das Buch für interessant befunden habe, lese ich ein paar Bewertungen. Ich fange aber immer mit den 1-Stern-Bewertungen an. Es hat doch auch jeder einen anderen Geschmack. Bei manchen Bewertungen frag ich mich, ob die das gleiche Buch wie ich gelesen haben.

?Veröffentlichst du auch Rezensionen außerhalb deines Blogs?
Auf der Bücherfresser-Facebook-Seite, in mehreren Facebook-Gruppen, auf Amazon und Goodreads, Twitter, Instagram und Pinterest.

?Wie wirst du auf die Bücher aufmerksam, die du rezensierst?
Das meiste finde ich auf Amazon. Mittlerweile aber auch sehr viel in Facebook-Gruppen und auf den Seiten der Verlage.

?Bewirbst du dich bei Verlagen/Autoren um Rezensionsexemplare?
Ja, mittlerweile habe ich schon einige Rezensionsexemplare von verschiedenen Verlagen gelesen.

Autoren und Verlage:

?Hast du Lieblingsautoren/Lieblingsverlage?
Lieblingsverlage gar nicht. Lieblingsautoren ... das ist so schwierig. Nein, mir gefallen mittlerweile so viele Autoren, das kann ich nicht mehr aufzählen.

?Liest und rezensierst du Bestseller/bekannte Autoren?
Ja, sehr gerne.

?Liest du auch Indiebücher, also Autoren aus Kleinverlagen oder Selfpublisher?
Ja, alles was mir gefallen könnte, wird gelesen. ;-)

?Die meisten Indies sind nicht im normalen Buchladen zu finden. Wie wirst du auf sie aufmerksam?
Nachdem ich ja hauptsächlich auf dem Kindle lese, sehe ich die meisten auf Amazon. So bin ich zum Beispiel auf Marah Woolf oder Sandra Neumann aufmerksam geworden. Aber auch bei anderen Bloggern oder in Facebook-Gruppen.

?Was hältst du von Buchwerbung? Welche nervt, welche spricht dich an?
So lange sie nicht aufdringlich und gut gemacht ist, ist sie okay.

?In den Sozialen Medien gibt es täglich Gewinnspiele rund um Bücher. Denkst du, der Markt ist übersättigt oder bringt das dem einzelnen Buch tatsächlich mehr Aufmerksamkeit?
Ich glaube schon, dass ein Buch dann den Leuten in Erinnerung bleibt, vor allem wenn sie der Klappentext anspricht, und beim nächsten Mal in der Buchhandlung schlagen sie vielleicht dann zu. Die Gewinnspiele kommen auf jeden Fall gut an.

Zum Abschluss möchte ich dir für dieses Interview ganz herzlich danken! Es war spannend und interessant, mal etwas mehr über dich zu erfahren. Vielleicht magst du uns zum Abschied ein Foto deines Bücherregals zeigen, falls vorhanden? Oder irgendetwas anderes, das du uns gerne zeigen möchtest?  
Danke, dass ich dabei sein darf!

Auch ein Buchregal!

Montag, 12. September 2016

6 Dinge, die deine Freunde tun können, um dich beim Erfolg eines Buchs zu unterstützen

Original Artikel von Savvy Book Writers
(Hinweis: Der Artikel wurde aktualisiert und an die Nutzung von amazon.de angepasst.)

Freunde und Familie von Autoren können mit wenigen Klicks dabei helfen, das sogenannte Amazon Ranking eines Buches deutlich zu verbessern. Dazu müssen sie es nicht einmal kaufen - was aber natürlich auch helfen würde. ;) Bei Amazon gibt es die Möglichkeit, ein gutes Buch mit einfachen Mitteln zu unterstützen, damit es in den Untiefen der gigantischen Webseite leichter gefunden wird. Diese Funktionen kosten deine Freunde nur wenige Sekunden ihrer Zeit, können aber für ein gutes Amazon Ranking - und im Zuge dessen für den Erfolg eines Buchs - von großem Nutzen sein.

Beziehungen ausnutzen


Hier eine Liste der Dinge, um die du deine Bekannten, Freunde und Familie bitten kannst:

BEWERTUNG SCHREIBEN

Ich sage bewusst Bewertung, denn eine Rezension ist etwas anderes und schreckt viele Laien ab. Eine Bewertung ist ganz simpel die Meinung zum Buch. Auch wenn ein Buch schon viele Bewertungen hat, jede einzelne davon ist wertvoll. Je mehr Bewertungen es gibt, um so mehr können sich mögliche Käufer ein Bild von der Beliebtheit des Werks machen. Die Regeln von Amazon schließen Familienangehörige vom Bewertungssystem aus, darum bitte nur Freunde und Bekannte mit anderem Namen/Adresse um Bewertungen. Alles, was sie dazu brauchen, ist ein Amazonkonto von dem aus sie wenigstens ein Mal zuvor einen Artikel bei Amazon gekauft haben. 


WUNSCHLISTEN

Amazon erlaubt es allen registrierten Kunden, eine Wunschliste zu erstellen, die öffentlich einsehbar ist und so auch von Freunden deiner Freunden gesehen werden können. Wer also das Buch auf seinen Wunschzettel setzt, zeigt seinem eigenen Freundeskreis, was er für lesenswert hält.


MARKIERUNGEN im E-Reader

Wenn eure Freunde Kindle Reader besitzen, bittet sie, besondere Zitate oder witzige Stellen in euren E-Books zu markieren und oder Notizen dazu zu machen. Diese können dann empfohlen und bei Facebook und/oder Twitter veröffentlicht werden. Standardmäßig werden sie auf der englischsprachigen Webseite kindle.amazon.com veröffentlicht. 

Beliebte Markierungen auf kindle.amazon.com
So empfehlen Sie eine Notiz oder eine Markierung: Halten Sie beim Lesen ein Wort gedrückt und markieren Sie den Text, den Sie weiterempfehlen möchten, und tippen Sie dann auf das Teilen-Symbol. Tippen Sie auf das Textfeld, auf dem Optionale Anmerkung hinzufügen hinterlegt ist, um Ihren Kommentar einzugeben. Tippen Sie auf Veröffentlichen. Ihre Notizen und Markierungen werden standardmäßig auf der englischsprachigen Webseite kindle.amazon.com veröffentlicht. Bevor Sie Ihren Kommentar absenden, können Sie festlegen, dass er auch bei Facebook und/oder Twitter veröffentlicht werden soll. (Quelle: amazon.de)

Wird eine solche Markierung übrigens per Twitter oder Facebook geteilt, wird dadurch ein Post generiert, der das Zitat, die Vorschau auf das Buch und eine Leseprobe zeigt. Ein effektiver Weg, um seine Follower auf das Buch aufmerksam zu machen. 


MUNDPROPAGANDA

Bitte Familie und Freunde dein Buch zu empfehlen, es öffentlich zu loben. Egal ob im Gespräch mit Freunden und Kollegen, auf ihren Blogs, in den sozialen Medien oder in ihren E-Mails mit einem Link zu deiner Webseite. Stelle ihnen Fotos und Texte zur Verfügung, die sie verwenden dürfen, oder bitte sie einfach, Informationen von deinen Seiten zu teilen.


NETZWERKEN

Manche deiner Familienangehörigen und Freunde haben vielleicht selbst Webseiten oder Blogs. Frage sie, ob sie nicht ein Werbebanner oder -bild auf ihrer Seite einstellen würden, der auf deine Seiten verlinkt. 

LESERMEINUNGEN

Frage sie, ob du sie auf deiner Webseite zitieren darfst, wenn sie etwas Nettes über dein Buch gesagt haben. "3 Stunden reines Lesevergnügen" haben sie vielleicht in die Mail geschrieben, die sie dir geschickt haben. Teile das auch den Besuchern auf deiner Webseite mit, aber denk dran: Erst fragen, ob du das Zitat öffentlich verwenden darfst!


HILFREICHE KUNDENREZENSIONEN MARKIEREN

Unter den Rezensionen bei Amazon findet man die Frage "War diese Rezension für Sie hilfreich?". Diese Frage lässt sich durch einen Klick mit Ja oder Nein beantworten, die Antwort kann anonym abgegeben werden. Durch die Stimmabgabe wird der Rang der Rezensenten ermittelt, je höher dieser ist, um so gewichtiger zählt seine Rezension. „Hilfreiche“ Bewertungen wandern nach oben, die „nicht hilfreichen“ nach unten. Freunde und Familie können also schon mit einem einzigen, anonymen Klick auf eine positive Bewertung dabei helfen, dass diese sichtbar und als erstes lesbar oben steht. 

War diese Rezension für Sie hilfreich?


Fazit

Wenn man zwei Bücher mit identischen Verkaufszahlen vergleicht, findet man heraus, dass das Buch mit den oben genannten Hilfsmitteln deutlich höher in den internen Ranglisten von Amazon zu finden ist, als das ohne. Das bedeutet, für neue Leser ist es leichter zu finden und die Wahrscheinlichkeit, dass es gekauft wird, ist größer. 

Trotz alledem sollte man eines nie vergessen: Freundschaften sind wichtiger als Amazon Ranglisten. Also pestet eure Freunde nicht bis zum Erbrechen mit eurem Buch und euren Forderungen. Wer nicht helfen kann oder will, der sollte es auch nicht tun müssen, nur um die Freundschaft zu erhalten. Es gibt auch noch ein Leben außerhalb der Bücherwelt. Also geht hin und wieder einfach mal raus, trefft eure Freunde und verliert kein Wort über euer Buch. Es sei denn, sie sprechen euch drauf. Dann dürft Ihr natürlich erzählen. :) 

Samstag, 10. September 2016

Ups und Downs in den sozialen Medien

Facebook will nicht mehr nur spielen.


Es war einmal eine Zeit, als ich Facebook aus Spaß nutzte. Ich züchtete bunte Schafe, Hühner und Kühe, bediente Kunden in einem gutbesuchten Café und biss als Vampir anderen Nutzern in die willentlich dargereichten Hälse. Ich war nur der Spiele wegen bei Facebook und erinnere mich mit einer gewissen Sehnsucht an diese Zeiten zurück. Fotos wurden hochgeladen, um sie mit Freunden zu teilen, die mich auch im wirklichen Leben kannten, Statusmeldungen verkündeten Alltagssituationen, sofern ich sie mitteilungswürdig fand. Und ob ich ein Like bekam oder nicht, war mir eigentlich egal, denn ich bekam immer Antwort von den Freunden, die sich angesprochen fühlten.

Das alles ist lange her. Mit der Aufnahme eines neuen Hobbies wandelte sich mein Verhältnis zu Facebook heimlich, still und leise zu einer ausgewachsenen Form der Hassliebe. Ich brauche es, aber der Spaß ist deutlich in der Minderheit.

Im Dezember 2013 schrieb ich meine ersten Worte als Autorin nieder. Damals habe ich mich noch lange nicht wie eine solche gefühlt und wäre bei der Erwähnung dieser Bezeichnung rot geworden und unter meine Decken gekrochen. Ich hatte Lust, eine Idee aufzuschreiben, die ich schon lange in mir trug, also tat ich es. Ganz unschuldig. Ein Buch hatte ich nicht vor Augen, nicht mal eine fertige Story, sondern einfach nur den Spaß am Entstehen einer Geschichte, an der Entwicklung von fiktiven Personen, die in meinem Kopf wohnten und mehr und mehr ein Eigenleben entwickelten.

"Wann schreibst du endlich weiter?"


Eine Freundin war die erste, die meine Texte las. Himmel, war ich aufgeregt, als ich vor ihr saß und sie dabei beobachtete, wie sie die ersten drei oder vier Seiten las! Mit schweißnassen Händen und klopfendem Herzen erwartete ich ihr Urteil. Und sie hat nie mit der Wahrheit hinterm Berg gehalten, bei keinem Thema. Ich wusste also, dass ihr Urteil ehrlich sein würde. Um so baffer war ich, als es nicht nur freundlich positiv ausfiel, sondern regelrecht begeistert. "Wann schreibst du endlich weiter?", fragte sie und spornte mich mit diesen Worten mehr an, als der eigene Willen, es zu schaffen, es je gekonnt hätte.

Immer noch planlos und naiv setzte ich mich vier Monate später hin und schrieb Briefe an Verlage. Hier ging es mir ähnlich wie bei der Bewerbung auf meinen heutigen Job: Mit dem Gedanken "das klappt eh nicht, aber du musst es wenigstens versucht haben" scheine ich die größten Erfolge zu feiern. Denn in nur kürzester Zeit fand sich ein Verlag, der mein Buch tatsächlich in sein Programm aufnehmen wollte.

Setz dich hin und schreib weiter! Das ist gut! - Foto von Pixabay


Ich wurde über Nacht zur Verlagsautorin, die sich nach außen hin bestenfalls auch als solche darstellen sollte. Denn nun hatte ich ein Produkt zu verkaufen, ich war "Geschäftsfrau". Auch wenn ich das selbst erst mal noch gar nicht so sah. Irgendwie war mir das nicht bewusst bis zu dem Moment, als ich für den Verlagsvertrag eine Steuernummer beantragen musste und das Finanzamt gleich mal ein Formular mitschickte, mit dem ich meine "freiberufliche Tätigkeit" anzuzeigen hatte. Wie jetzt? Freiberufler? Ich?

An die Bezeichnung Autorin muss man sich erst mal gewöhnen.


Ich musste mich an diesen Gedanken gewöhnen, noch immer wurde ich heimlich rot, wenn ich mich selbst als "Autorin" bezeichnen sollte, selbst dann noch, als ich mein Buch nach über einem Jahr zum ersten Mal in Händen hielt. Noch heute fällt es mir übrigens schwer, mich im "Real Life" selbstbewusst als Autorin vorzustellen, aber das ist eine andere Baustelle. ;)

Schon kurz nach Vertragsunterzeichnung nahm die Nutzung der sozialen Medien bei mir eine ganz andere Qualität an. Plötzlich sollte ich mich hier als Autorin präsentieren, was auch der Verlag befürwortete. Social media is business. Ich erstellte also in kleinen, tastenden Schritten eine Autorenseite. Damals nannte ich mich noch Mona Herbst, später erklärte mir der Verlag, dieser Name klinge zu duster und außerdem wären englische Namen für mein Genre besser. Mona Silver wurde geboren.

Was postet man bloß auf so einem öffentlichen Profil?


Networking war angesagt, wobei ich mir zunächst vorkam wie eine Sardine im Haifischbecken. Ich trat zahlreichen Buchgruppen bei, versuchte tägliche Postings zu etablieren, wobei ich am Anfang noch enorme Schwierigkeiten hatte, mir Tag für Tag neue Ideen aus den Fingern zu ziehen. Was schreibt man, wenn man öffentlich postet? Zu persönlich will man nicht werden und eigentlich ist das Leben auch nicht so spannend, dass man täglich etwas zu sagen hätte. In den diversen Facebookgruppen lernte ich andere Autoren kennen, manche genau wie ich am Anfang der "Karriere", andere schon "alte Hasen", oder Leute, die sich als solche ausgaben. Ganz den Durchblick, wem man was glauben durfte, hatte ich zunächst nicht. Ich fand vermeintliche Freunde und erschrak, wenn sich herausstellte, dass sie nur eigene Ziel verfolgten: Likes für ihre eigenen Seiten, ihre Produkte verkaufen, ihre Meinung verbreiten. Die einen waren die geborenen Lehrherren und versuchten einem ihre "Regeln für den Autorenzirkus" als die zehn Gebote zu verkaufen, andere spamten meine Timeline mit ihren eigenen Werken voll.

Lyrische Werke auf fremden Profilen? No Go! - Foto von Pixabay


Ich erinnere mich an einen Facebook-"Freund", der täglich mindestens zehn Mal ein - sagen wir mal - semi-attraktives Werbefoto seines E-Books postete. Es zeigte ein weißes Pony, und ich fing an, eine Pferdeallergie zu entwickeln. Dabei mag ich Pferde! Ein anderer postete direkt auf meinem Profil endlos lange Lyrik-Texte, deren tieferer Sinn mir komplett abging. Was er nicht wusste, außer mir und demjenigen, der schreibt, kann niemand sehen, was Fremde auf meinem Profil posten und das ist eine Privatsphäre-Einstellung, die ich jedem Facebook-Nutzer wärmstens empfehlen kann. Man glaubt gar nicht, was andere Menschen sich manchmal erdreisten zu posten.  Als ich - ziemlich sprachlos - nicht auf die lyrischen Beiträge reagierte, erhielt ich postwendend eine PN. Ob ich schon gesehen hätte, er hätte da etwas gepostet und warte "noch immer" auf mein Feedback. Ich hatte nie versprochen, eines zu geben und auch nicht, eine Freundschaft auf ewig zu gründen. Er flog schneller aus meiner Liste als er drin gewesen war.

Ich begann zu lernen, Freunde genauso schnell zu entfreunden wie ich sie befreundete. Etwas, was man im echten Leben nie machen würde, was aber auf Facebook reine Überlebensstrategie ist. Mein Profil, meine Regeln, sonst geht man unter.

G+ ist nicht meine Welt.


Ich las viele Tipps für Autoren, nicht nur fürs Schreiben, sondern auch über Marketingstrategien. Eine Social Media Plattform reicht angeblich nicht. Durch ein Frageposting zum Thema wurde ich von einem G+-Verfechter dorthin gelockt. Das sei viel werbewirksamer als Facebook. Unter seiner Anleitung eröffnete ich eine eigene G+-Autorenseite, richtete alles ein, postete auch dort von da an täglich. Was sie mir einbrachte? Am Anfang - so hatte ich gelernt - musste ich Follower finden und wahllos Leute zu meinen Kreisen hinzufügen. Das wäre so üblich, sagte man mir. Das Ergebnis waren mehr als eine erboste Kontaktaufnahme, ob wir uns kennen und was ich von demjenigen eigentlich wollte. Viele begreifen das System von G+ nicht und wissen nicht, dass wenn ich sie meinen Kreisen hinzufüge, ich dann nur ihre öffentlichen Posts sehe, sie aber noch nichts von mir. Dazu müssen sie mich ihrerseits wieder zu Kreisen hinzufügen. Statt mich also einfach zu ignorieren, erhielt ich böse PNs oder Mails. Ich hörte auf, meine Kreise auf diese Weise zu erweitern, denn das ständige rechtfertigen und erklären nervte. Ich versuchte etwas gezielter vorzugehen, indem ich Büchermenschen suchte und diese hinzufügte. Das klappte auch ganz gut.

Dann trafen die ersten Schwanzbilder ein. G+ ist offenbar ein endloser Quell einsamer Männer... nein, nicht -herzen. Ungefragt und ohne Einleitung erhielt ich Selbstportraits von allen Stadien der geballten Männlichkeit. Und nicht nur eines. Ein paar habe ich zur Anzeige gebracht, wenn derjenige gar nicht mehr aufhören wollte. Andere schickten einmal etwas und ließen dann nie wieder von sich hören. Den Möchtegern-Models gegenüber reagiert habe ich nie. Aber G+ wurde mir immer unsympathischer.

Es war einmal - als soziale Medien noch reiner Zeitvertreib waren - Foto von Pixabay


Ich reaktivierte mein Twitterkonto. Das hatte ich 2009 mal ausprobiert und gleich wieder vergessen, weil ich es damals einfach nicht kapiert hab und auch nicht brauchte. Auch Twitter wurde eingerichtet, Autorenfoto hochgeladen, erste Tweets gezwitschert. Mein größtes Problem: 140 Zeichen ... Ernsthaft? Ich schreibe Romane, wie kommt man auf die Idee, dass ich mich kurzfassen könnte? (Verfasserin schielt unauffällig an diesem Text hoch.) Ich empfinde die deutsche Sprache als unfähig für Twitter. Was ich mitteilen möchte, kann ich nicht in so wenige Worte fassen, ohne dass es sich nach übelstem Telegrammstil anhört. Da. bin. ich. zu. blöd. zu. Na ja, Twitter und ich, wir haben uns arrangiert. Informationen werden eben in diesem unpersönlichen Telegrammstil verteilt, ansonsten retweete ich Tipps und Infos für Autoren.

Youtube kam hinzu, als mein erster Buchtrailer fertig war. Auch das ist für mich eine Plattform, die ich eher stiefmütterlich behandele. Ich lade Buchtrailer hoch, aber ich fühle mich nicht besonders fotogen - oder sagt man filmogen? Also fühle ich mich auch auf dieser Plattform nicht ernsthaft wohl. und nutze sie nur als öffentlichen Parkraum für Videos.

Mein Instagram Konto ist noch ganz jung. Es wandelt sich immer mehr zu Betty Rumpels Spielplatz; eingestreut ein paar Werbefotos meines Buchs und Impressionen aus Berlin. Die Tatsache, dass man zwingend ein Handy nutzen soll, nervt mich. Ich hasse Autokorrektur und bin ein ständiges Opfer davon. Mit dem Handy kann ich dass/das nicht mehr unterscheiden, ich schreibe Dinge, die ich so nie sagen wollte und obwohl ich das richtige eintippe, macht das Gerät etwas anderes daraus, was mir erst nach dem Posten des Beitrags auffällt. Ich glaube, ich bin die Userin mit den am häufigsten bearbeiteten Kommentaren ... ;)

Ich lande immer wieder bei Facebook.


Womit sich der Kreis schließt. Ich bin wieder und noch immer bei Facebook. G+ habe ich mittlerweile ganz aufgegeben, bei Facebook darf ich wenigstens mit dem Gerät meiner Wahl und so viel wie ich will schreiben.

Jetzt bin ich dort die freiberufliche Autorin, die Facebook zum Werben nutzen möchte. Aber Werbung will keiner sehen. Auch die nicht, die die Seite einer Autorin mit gefällt mir markieren. Ich werde es wohl nie verstehen, aber wenn ich auf meine Statistiken gucke, dann kann ich ganz klar einen roten Faden entdecken: So lange ich harmlose Kleinigkeiten poste, verhalten sich meine FB-Fans still. Ein paar wenige treue Seelen liken und kommentieren, man kennt sich mittlerweile und ich freue mich jedes Mal, bekannte Namen zu lesen. Sobald ich aber einen Beitrag poste, der auf ein neues oder altes Buch hinweist, das ich vorstellen möchte, gibt's zur Strafe die ersten Abzüge durch die "Fans", die sonst gar nichts sagen. Die Likezahlen sinken und Facebooks hübsche Statistik-Grafiken schlagen mit roten Zacken nach unten aus, um die Dislikes zu zählen.

Ich habe gelernt, es zu ignorieren. Wer meine Seite entliked, weil er - oh Schreck - Buchwerbung auf einer Autorenseite sieht, wird im Zweifel das Buch ohnehin nie kaufen, aber ganz tief drin nagt es trotzdem am Selbstbewusstsein. Was mache ich falsch? Warum gefällt niemandem mein Post? Habe ich das Foto nicht hübsch genug aufbereitet? Ist es zu kitschig? Zu nüchtern? Poste ich zu oft? Zu wenig? Verrate ich zu viel über das Buch? Zu wenig? Wie sieht eigentlich meine Zielgruppe aus? Wer sind meine Leser? Habe ich überhaupt Leser? Und was ist, wenn ich die Leute schon auf meiner Facebookseite vergraule, ehe sie überhaupt meinem Buch eine Chance geben? Habe ich es überhaupt verdient, dass man meine Beiträge oder mein Buch mag? Und warum sagt mir das keiner?

Es gehört eine Portion Mut dazu. Und Glück. - Foto von Pixabay


Erkennt sich da wer wieder? Wenn ja, lass mich raten! Du hast eine Facebook-Seite - oder eine Seite auf der Plattform deiner Wahl. Man wird süchtig nach Kommentaren und Likes, fiebert ihnen entgegen wie ein Kind dem Lob der Eltern für ein besonders hübsch gemaltes Bild. Man wird abhängig vom Lob Fremder und fühlt sich ignoriert, wenn niemand klickt. Eigentlich ein recht krankes Bild, das man dabei abgibt und manchmal würde ich das gerne alles hinter mir lassen, alle Seiten löschen und in eine einsame Berghütte ziehen.

... Aber nur, wenn's da Internet gibt. ;)

Für Selfpublisher sind soziale Medien die einzig verfügbaren Mittel zur Werbung.


Für einen Selfpublisher sind soziale Medien, Blogs, Webseite und Co. die einzigen wirklich verfügbaren und vor allem finanzierbaren Mittel zur Werbung. Also balanciert man weiter auf dem schmalen Grat, der zwischen zu viel und zu wenig Werbung verläuft, und strampelt sich für jedes Like ab. Man nimmt jeden Marketing-Kurs mit, den man kriegen kann, versucht sich in "die Denke" eines Werbefachmanns hineinzuversetzen und lernt Schlagworte wie Inbound-Marketing, Zielgruppenbestimmung, Unique Selling Propositon, Aktivierungspunkt und Sinus Milieu. Wirklich verstehen tue ich persönlich das ganze aber vermutlich eher nicht. Ich versuche lediglich, das Beste draus zu machen.

Irgendjemand hat mir mal gesagt, dass das, was man als Selfpublisher macht, ohnehin nur "Graswurzelmarketing" sei. Das mag stimmen, ist aber nicht durch wirklich wirksame, großangelegte Werbemaßnahmen zu ersetzen, da die vom Budget her einfach nur utopisch wären. Also graswurzele ich weiter und versuche, Leserin um Leserin und hin und wieder sogar geneigte Leser, von meiner Arbeit zu überzeugen. Währenddessen notiere ich mir jeden ausgegebenen Euro und jeden eingenommen Cent. Ja, liebes Finanzamt, zur Zeit ist das nämlich genau die Gewichtung. Ich fürchte, die "erwarteten Einkünfte durch Buchverkäufe" sind noch nicht so viel, dass der Fiskus sich gleich schenkelklopfend in Erwartungshaltung aufstellen muss.

I <3 Taxes - Foto von Pixabay

Wer ein Geschäft gründet, muss Dreck fressen und Geld investieren.


Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Wer ein Geschäft gründet, muss in den ersten Jahren Dreck fressen und Geld investieren. Das ist wohl der Stand, auf dem ich mich derzeit befinde. Auch wenn ich ursprünglich nie ein Geschäft gründen wollte und die Wahrscheinlichkeit, dass ich je davon leben kann, äußerst gering ist.

Warum ich trotzdem weitermache? Weil ich Blut geleckt habe. Wie meine Bo'othi. Ich bin an einen Punkt gekommen, wo es kein Zurück mehr gibt, wer A sagt, muss auch B sagen, hieß es früher immer. Und ich habe A gesagt. Ich habe den Schritt gewagt und bin mit meinen Texten an die Öffentlichkeit gegangen. Und auch wenn es nicht geplant war, rückt man damit doch auch persönlich ein Stück weit in die Öffentlichkeit. Ich bin jetzt ganz sicher nicht berühmt, aber ich bin zur öffentlichen Person geworden. Ein Zustand, an den man sich gewöhnen muss. Und Facebook ist nicht mehr mein Wohnzimmer, sondern mein Marktstand. Hier treffe ich Kunden, bin ich sozial und aufgeschlossen, freundlich und verständnisvoll. Ich gehe auf Wünsche ein und nehme sowohl Kritik als auch Lob lächelnd entgegen. Die Gratwanderung zwischen Emotionalität und Professionalität ist mindestens so schwierig wie der oben angesprochene Grat zwischen zu viel und zu wenig Werbung.

Ich lerne jeden Tag dazu, manchmal bin ich erschöpft und ausgelaugt, manchmal euphorisch und auf Wolke sieben schwebend. Ich bin enttäuscht und überglücklich. Voller Hoffnung und deprimiert. Und in allem bin ich blutiger Anfänger. Als ich damals meine ersten Worte zu Verlorener Stern schrieb, habe ich nicht gewusst, auf was ich mich da einlasse. Ob ich weitergemacht hätte, wenn ich es geahnt hätte? Ich weiß es nicht. Vielleicht hätte ich meine Texte lieber bei WattPad eingestellt und es als harmloses Hobby weiterlaufen lassen. Aber andererseits ... es ist auch eine interessante Reise und ich habe selten so viel gelernt in meinem Leben wie in den vergangenen zweieinhalb Jahren.

Und wer es bis hierher ausgehalten und diesen Text vollständig gelesen hat, der fühle sich doch aufgerufen: Mach dich sichtbar! Kommentiere, like, teile Beiträge, wenn sie dir gefallen. Wir, die wir hinter dem PC sitzen und uns Inhalte für unsere Seiten, Blogs und Bücher ausdenken, sind für jede Rückmeldung dankbar. Denn nur so können wir erkennen, ob euch das, was wir tun, gefällt. Also, gib dir einen Ruck und lass mir einen Kommentar da. Ich antworte. Garantiert!


Facebook ist nicht mehr mein Wohnzimmer, sondern mein Marktstand.- Fotos (Collage) von Pixabay